BOOKHOLZBERG - Vor einem halben Jahr hat der Bookholzberger Turnerbund (BTB) eine Diät-Sportgruppe eingerichtet. „Wir wollen etwas für schwere Menschen tun“, sagt Trainer Manuel Lopez, der selbst auch nicht gerade untergewichtig ist. Zweimal pro Woche trifft sich die Teilnehmerschar, die ein rundes Dutzend umfasst. Und einmal pro Woche findet in der Gemeinschaft die Gewichtskontrolle statt, um die Motivation zum Durchhalten zu steigern.

Als Motivationshilfe der ganz besonderen Art hatte Lopez zum jüngsten Treffen den Bookholzberger Ratsherrn Andreas Kowitz eingeladen. Er nahm zusammen mit Ehefrau Helga an einem Ganzkörpertraining der Diät-Sportgruppe teil.

Mit untrainierten 115 Kilo bei einer Größe von 1,84 Metern sei er körperlich regelrecht am Ende gewesen. Der Blutdruck stieg in aberwitzige Höhen, die Puste war bei der geringsten Anstrengung weg. Nachdem die Rentenversicherung zweimal den Antrag auf eine Kur abgelehnt hatte, habe ihn der Zorn gepackt. „Endlich wollte ich etwas für meinen Körper tun und durfte es nicht“, erinnerte sich Kowitz. Also entschloss er sich, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Mit Erfolg: Er bringt inzwischen 20 Kilo weniger auf die Waage als noch zu Jahresbeginn.

„Ein Rezept gibt es nicht. Es braucht lediglich einen starken Willen“, resümierte Kowitz. Er trainiert jetzt regelmäßig im Fitnessstudio und hat seinen Ernährungsfahrplan ein wenig korrigiert. „Ich esse alles wie früher, nur weniger. Und ich komme ohne Süßes und fast ohne Alkohol aus.“

Mit den 20 Kilo ist bei Kowitz noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Pfunde sollen weiter purzeln. „Ich bin sicher, dass ich am Jahresende Normalgewicht erreiche“, gibt sich der Ratsherr optimistisch. Dann hat er sich ein neues Ziel auf die Fahnen geschrieben, für dessen Realisierung ebenfalls ein starker Wille gefragt ist. „Ich höre im neuen Jahr mit dem Rauchen auf“, setzt er sich mit der öffentlichen Ankündigung selbst unter Druck.

Der Verzicht auf blauen Dunst könnte Mehrausgaben kompensieren, denn „Abnehmen ist teuer“, bekennt Kowitz. „Ständig braucht man neue Kleidung. Aber das macht unheimlich Spaß.“