BOOKHOLZBERG - Man muss schon ein Faible für Motoren haben und darf nicht nur die leisen Töne mögen: Wer sich für Traktor-Pulling interessiert, gehört zu einer vergleichsweise kleinen Fan-Gemeinde, die dafür aber sehr mobil ist und quer durch die Republik reist, um die Wettkämpfe mitzuerleben. Zum jüngsten Wertungslauf für die Deutsche Meisterschaft brauchten die Fans aus der Region allerdings nicht weit zu fahren: Er fand in Bookholzberg statt.
Frieda und Dietmar Meyer hatten die Veranstaltung bereits im dritten Jahr ausgerichtet. Der Clou: Die Hauptveranstaltung wurde erstmals in die Abendstunden verlegt. Während die traditionellen Traktoren (ovales Bild), von denen einige nicht mehr unbedingt einen technisch einwandfreien Eindruck machten, bereits am Nachmittag starteten, gingen die Garden-Pulling-Teams erst gegen 20 Uhr auf den Parcours nachdem ein kräftiger Regenguss den Lehmboden in eine glitschige Fläche verwandelt hatte.
Wir wollen versuchen, auf diese Weise neues Publikum zu gewinnen, hatte Frieda Meyer im Vorfeld unterstrichen. Denn wenn die vierräderigen Kraftprotze Vollgas geben, schlägt schon mal eine Flamme durch den Auspuff bei Dunkelheit naturgemäß eine besondere Attraktion. Einen offiziellen Lauf zur Meisterschaft unter Dach und Fach zu bekommen, sei schon sehr zeitaufwendig, räumte die Organisatorin im Gespräch mit derNWZ
ein. Man muss schon mit Freude dabei sein.
Frieda Meyer hat sich von Ehemann Dietmar infizieren lassen, der seit 25 Jahren dem eher ungewöhnlichen Motorsport frönt. Vor 13 Jahren gründeten sie gemeinsam das Team Mellie, benannt nach Tochter Melanie, die auch einige Jahre lang am Steuer saß. Sie macht jetzt eine Berufsausbildung und hat leider keine Zeit mehr dafür, zeigt die Mutter Verständnis.
Neu zum Team Mellie gestoßen ist Jan Oeltjenbruns. Der 24-Jährige aus Wardenburg hatte sich beim Heimspiel gute Chancen ausgerechnet. Beim ersten Lauf in diesem Jahr hatte es für den dritten Platz gereicht, beim zweiten Lauf um die Deutsche Meisterschaft ging es sogar bis Platz 2. Eigentlich wäre jetzt ein Sieg fällig, gab sich der junge Mann vor dem Start zuversichtlich. Doch er hatte sich verschätzt und landete mit seinem Gefährt Licence to kill weit hinten.
Verschätzt hatte sich auch Frieda Meyer, die auf 1000 Besucher gehofft hatte. Es kamen deutlich weniger.
