BOOKHOLZBERG - „Der Hausmeister“, weiß Manuel Lopez, „der ist ja oft ein Einzelkämpfer, nach dem Motto: meine Schule, mein Hof, mein Revier!“ So einer ist er nicht, will er auf keinen Fall sein: „Wir sind ein Team“, darauf legt der 45-Jährige großen Wert. Das „Team Nord“, zu dem Lopez gehört, besteht aus vier fest angestellten Hausmeistern, die mit wechselnden Helfern 15 Objekte im nördlichen Teil der Gemeinde Ganderkesee betreuen.
Manuel Lopez Hauptarbeitsbereich ist die Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg – und dort hinterlässt seine Arbeit offenbar Eindruck: Der gebürtige Kubaner gehört zu den Kandidaten, die für dieNWZ
-Aktion „Mensch des Jahres“ vorgeschlagen wurden. Darüber muss er sich selber ein bisschen wundern: „Als Hausmeister ist man nicht immer lieb Kind mit jedem, da muss man auch Dinge tun und sagen, die den Leuten nicht gefallen.“ Das gilt besonders für die Schüler. Lopez macht das aber scheinbar auf eine Weise, die ankommt. „Ich habe schon immer mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet“, sagt er.Manuel Lopez kam 1985 nach Deutschland, um sich für seinen Job in der kubanischen Glasindustrie fortzubilden. „Eigentlich wollte ich schnell zurück“, erzählt er, „aber dann habe ich mich verliebt“. Und so blieb er hier. Aus der Liebe wurde eine Ehe, die zwei Kinder sind inzwischen erwachsen, die Familie ist in Bookholzberg heimisch.
Nicht nur als Hausmeister hat sich der 45-Jährige im Ort einen Namen gemacht, sondern auch als Judoka. Zunächst beim BTB und seit 2010 beim VfL Stenum leitet er das Judo-Training. Zur Zeit sind es fünf Gruppen.
Als Jugendlicher war er selber sehr erfolgreich, doch eine Verletzung beendete die Karriere früh. Heute gibt Lopez sein Wissen und seine Erfahrungen an Heranwachsende weiter: „Es kommt nicht so sehr auf den sportlichen Erfolg an, sondern darauf, Körper und Geist in Einklang zu bringen.“ Judo eigne sich für Kinder und Jugendliche besonders gut, um zu lernen, die eigene Gewalt unter Kontrolle zu haben. „Ein guter Sportler“, glaubt Manuel Lopez, „ist auch im Beruf robuster“.
Das kann man sicher auch von ihm sagen. Ist er als Hausmeister eher die Respektsperson oder der Kumpeltyp? „Das eine schließt das andere nicht aus“, antwortet Manuel Lopez. Er erwartet von den Schülern Disziplin und Respekt, gibt beides aber auch zurück: „Ich grüße immer!“
Und Respekt zollt Manuel Lopez auch denen, die es nicht so leicht haben auf dem Arbeitsmarkt. „Wir haben immer wieder Ein-Euro-Kräfte als Helfer“, erklärt er, „die werden behandelt wie jeder andere Mitarbeiter auch – die gehören voll zum Team.“
