BOOKHOLZBERG - Keine Frage: Helmut Pleus ist das, was man einen „Genussmenschen“ nennt. Doch wer bei diesem Begriff an raffiniert zubereitetes Essen, an ausgesuchte Weine oder langes Ausschlafen am Sonntagmorgen denkt, der liegt in diesem Fall verkehrt. Helmut Pleus genießt die Bewegung: Auch mit 70 fegt der Bookholzberger gern auf Skiern über Loipen, er wandert, schwimmt – oder fährt mit dem Rennrad „mal eben“ an die Nordsee und zurück. Das sei „ein kleines Stückchen Freiheit, ein Erlebnis“, schwärmt er.

Ganzjähriges Training

Vereinfacht gesagt, ist der frühere kaufmännische Angestellte ganzjährig im Training. „Im Sommer versuch’ ich fit zu bleiben für den Winter, im Winter trainier’ ich für den Sommer.“ Natürlich sei das anstrengend, „und manchmal fragt man sich, warum machst du das bloß?“, meinte der Bookholzberger – lieferte aber postwendend vergnügt die Antwort: „Wer Sport treibt, hat es körperlich leichter.“ Sport fördere das Wohlbefinden, auch die Geselligkeit. Und: Sport bringe gute Laune. Mitunter beginne er seine Rennradfahrt noch aufgewühlt vom Alltagsärger – und komme pfeifend zurück.

Zum Rennradfahren war der gebürtige Neuenlander über einen Umweg gekommen – nämlich über Triathlon. 1983 war’s, als Pleus zu einer Triathlon-Veranstaltung nach Bad Zwischenahn fuhr, mit dem geliehenen Rennrad. Am Ende schaffte er Rang 72 – von 180 Teilnehmern.

Der Bookholzberger war auf den Geschmack gekommen, intensivierte sein Training, kaufte sich später ein eigenes Rennrad. Die Mühen lohnten – so schaffte er 1995 beim Triathlon in Wildeshausen den ersten Platz in seiner Altersgruppe.

Wenn er auch das Laufen später einschränkte – das Rennradfahren bei schönem Sommerwetter blieb sein Hobby. Im Wesertal, im Butjadinger und Stedinger Land fährt er am liebsten. Warum gerade dort? „Das Verkehrsaufkommen ist geringer als in der Geest, und es gibt viele Wirtschaftswege.“ Bedauerlich sei, dass sich der Zustand der Radwege ganz allgemein verschlechtere. Tiefe Querrillen und Schlaglöcher „schränken die Freude am Radfahren mehr und mehr ein“.

Eine Erdumrundung

Die 52 Kilometer bis zum Huntesperrwerk seien für ihn so etwas wie „die Trainingsstrecke“. Wie viel Kilometer er insgesamt auf dem Rennradsattel zurücklegte? In den vergangenen sechs Jahren, so schätzte Helmut Pleus, seien es 40 000 gewesen – „diese Strecke entspricht einer Erdumrundung“.

Noch nicht gar so viele Kilometer hat der Bookholzberger in einer anderen Sportart zurückgelegt, die er „meine Lieblingssportart“ nennt: Skilanglauf, „bei dem man immer wieder an die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit stößt“.

Im Schneewinter 1979 hatte er den Spaß auf den Brettern für sich entdeckt. „Wunderbar“ sei es, durch die winterliche Natur zu fahren. Mehrfach schon hat Helmut Pleus an Skilanglaufturnieren im Harz teilgenommen. Unter mehreren Auszeichnungen ragte eine hervor: ein dritter Platz bei den Landesmeisterschaften.