BOOKHORN - BOOKHORN - Ein Gast kam sogar aus Shanghai eingeflogen, andere reisten aus Belgien, Dresden, Leipzig, Garmisch-Partenkirchen, Frankfurt oder Dortmund an. Das Gros der Teilnehmer am ersten Ehemaligentreffen des Jugendmusikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee aber kam aus dem Oldenburger Land.
151 Anmeldungen hatte Petra Schwarting vom Organisationsteam für das Treffen entgegen genommen, das am Sonnabend ab 17 Uhr in den ehemaligen Hühnerställen in Bookhorn stattfand. Mit dieser Resonanz zeigte sie sich sehr zufrieden. Immerhin waren das 70 Prozent der Ehemaligen des Musikzuges, der von 1967 bis 1984 existiert hatte. Besonders freute sich Petra Schwarting, dass auch die früheren Ausbilder und Betreuer zugesagt hatten.
Im Mai 2004 hatte sie angefangen, Adressen ausfindig zu machen, um anschließend zu diesem Treffen einladen zu können. „Sieh zu, dass du das durchziehst,“ hatten Ganderkeseer Ex-Mitglieder zu ihr gesagt, nachdem sie ihnen von der Idee des Treffens berichtet hatte. Ehemann Reiner Schwarting, den Petra Schwarting damals im Jugendmusikzug kennen gelernt hatte, und Peter Drieling organisierten das Fest mit.
Karl-Heinz Duscha, der den Jugendmusikzug von 1967 bis 1979 leitete, war auch zu der Feier gekommen und erinnerte sich an die Teilnahme am Deutschen Feuerwehrtag 1970 in Münster. Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt habe den Takt mitgeklatscht, als die Ganderkeseer ihre Marschmusik aufspielten, so Duscha. Zweimal traten sie in Rudi Carells Fernsehshow „Am laufenden Band“ auf und drei Schallplatten nahmen sie auf.
Auch Ganderkesees Partnerschaft mit der französischen Stadt Château-du-Loir hatte der Musikzug mit aufgebaut. Die Ehepaare Mahlstedt und Duscha waren 1973 dort gewesen, um erste Kontakte zu knüpfen. Den letzten Auftritt sollte am Sonnabendabend Duschas schwarze Trillerpfeife bekommen. Mit der Pfeife habe er damals die Gruppe „zusammengepfiffen“, berichtete er schmunzelnd. Karl-Heinz Duscha hatte die Leitung 1979 an Reiner Schwarting übergeben. 1984 löste sich die Gruppe mangels Nachwuchs auf.
Im festlich geschmückten „Hühnerstall“ erinnerten sich die Gäste bei alten Fotos, Schallplatten, Festschriften, Zeitungsartikel und Urkunden an die alten Zeiten. Es gab Gegrilltes, Salate und Getränke, und am Abend hielt Torge Kublank – vom Fasching als „Baron von Ganterteich“ bekannt – einen amüsanten Vortrag über die letzten Jahre des Jugendmusikzuges.
Einige ehemalige Musikzügler hatten auch den „Strafgroschen“ dabei. Den musste ein Mitglied damals entrichten, wenn es der Uniformordnung nicht entsprach, ein Musikstück „verhauen“ hatte oder sein Instrument nicht geputzt hatte.
