Hobart/Tasmanien - Boris Herrmanns Team Malizia ist bei der Weltumseglungsregatta Ocean Race vorgerückt. Die Mannschaft des aus Oldenburg stammenden Skippers hat in der ersten Hälfte der doppelt zählenden Königsetappe von Kapstadt nach Itajaí Rang zwei hinter der zum dritten Mal in Folge siegreichen Schweizer „Holcim-PRB“ erkämpft. Die deutsche Rennyacht „Seaexplorer“ erreichte die Halbzeit-Ziellinie beim 143. Längengrad Ost vor Tasmanien in der Nacht auf Montag um 0:44:08 Uhr. Mit einer guten Stunde Vorsprung vor dem US-Team 11th Hour Racing sicherte sich Herrmanns Segelquartett nach packendem Duell vier Punkte. Im Gesamtklassement rückte Team Malizia mit neun Punkten auf Platz drei hinter Team Holcim-PRB (15 Punkte) und 11th Hour Racing (10 Punkte) vor. Das in Führung liegende Schweizer Team mit dem französischen Skipper Kevin Escoffier hatte das Wertungstor schon um 18.44 Uhr durchquert und damit nach der ersten und zweiten Etappe auch die dritte Wertung des Ocean Race gewonnen.
„Das ist ein großer Erfolg für unser Team. Wir sind motivierter denn je“, sagte Boris Herrmann nach der Aufholjagd bei seiner fünften Weltumseglung: „Wir haben die letzten Tage richtig Gas gegeben. Diese Zwischenwertung hat uns als Team viel bedeutet.“ Er habe in den letzten 48 Stunden verstärkt darauf geachtet, das Boot „in einem Stück“ über diese Linie zu fahren. „Der Seegang war etwas schwierig zu navigieren. Es immer um die Balance zwischen antreiben und das Boot nicht zu überlasten. Diese Balance haben wir gefunden und das Boot segelt hervorragend in diesen Bedingungen“, sagte Herrmann.
Seine Mannschaft hatte eine Woche vor dem Bergfest das Etappen-Aus vor Augen, als sie einen Riss im Mast der „Seaexplorer“ entdeckt hatte. Dann gelangen der mehrtägige Reparatur-Marathon in 28 Metern Höhe und das Comeback.
Die insgesamt 12750 Seemeilen (23600 Kilometer) lange und doppelt gewertete „Monster-Etappe“ wird im Südpolarmeer ohne Pause fortgesetzt. Im Ziel winken erneut Punkte im Wert einer einfachen Etappe. Bliebe es bei den aktuellen Platzierungen, könnte Boris Herrmanns Team auf Platz zwei vorrücken. Das Ocean Race endet nach vier weiteren Etappen – und dem zwischenzeitlichen „Fly-By“ in Kiel am 9. Juni – mit dem letzten Hafenrennen am 1. Juli im italienischen Zielhafen Genua.
