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Boris Herrmann bei Route du Rhum Oldenburger lernt Boot unter brutalen Bedingungen kennen

Boris Herrmann (mit Kappe) und sein Team im Training auf der „Seaexplorer“

Boris Herrmann (mit Kappe) und sein Team im Training auf der „Seaexplorer“

Team Malizia/Yann Riou

Saint-Malo/Oldenburg - Nicht mal vier Monate nach dem Stapellauf der „Seaexplorer“ stapelt Boris Herrmann etwas tief, bevor er an diesem Sonntag in die Route du Rhum startet. Bei der Solo-Transatlantikregatta geht es für den Oldenburger eher ums Lernen. Dennoch ist das Rennen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu seiner zweiten Vendée Globe nach 2020/21, als Herrmann nach gut 80 Tagen Fünfter des prestigeträchtigen Weltumrundungsrennen wurde. Jetzt geht es für ihn das erste Mal seit seiner Ankunft im Januar 2021 wieder allein auf hohe See – und im Januar wartet direkt das nächste große Hochsee-Abenteuer.

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Die Voraussetzungen

Das Ziel für die Route du Rhum, bei der Herrmann vor vier Jahren ebenfalls Fünfter geworden war, formuliert der Oldenburger defensiv: „Lernen, Erfahrungen sammeln, ins Ziel kommen und uns für die Vendée Globe qualifizieren“, sagte der 41-Jährige bei der Pressekonferenz vor dem Start in Saint-Malo in Frankreich. Schließlich sei das Boot neu – 2018 hatte er schon zwei Saisons mit seiner damaligen Yacht trainieren können. Diesmal hatte er 30 Tage auf dem Wasser – und davon nur zwei mit Wind. „Damals lag die Lernkurve so bei 90 Prozent – jetzt liegt sie etwa bei 30 bis 40 Prozent“, meinte Herrmann.

Das nächste Rennen

„Die Route du Rhum ist sowas wie die Pflicht, das Ocean Race dann die Kür“, gab Herrmann schon einmal einen Ausblick auf das nächste Rennen, das für ihn im Januar im spanischen Alicante startet. Denn dann geht es nicht „nur“ einmal über den Atlantik nach Guadeloupe, wo die Zielankunft nach weniger als zwei Wochen erwartet wird, sondern in mehreren Etappen und mehreren Monaten einmal um die Erde – allerdings mit einem ganzen Team.

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Die Work-Life-Balance

Zwei Jahre ist Herrmanns letzter Start bei einer großen Regatta her – am 8. November 2020 startete er zur Vendée Globe. Dann stand die Planung der nächsten Kampagne und der Bau des neuen Bootes an. Aber in diesem Jahr hat er etwas „Zeit zum Durchatmen“ gehabt, im Frühjahr und jetzt im Herbst einige Wochen in seiner Wahlheimat Hamburg verbracht, bei seiner Frau und seiner Tochter. „Es ist auch ganz schön, mal länger an einem Ort zu sein und die Balance zwischen Beruf und Familie zu finden“, sagte er.

Die Route du Rhum

Und die Erholung war nötig, denn was Herrmann zumindest in der ersten Woche erwartet, bezeichnet er als „brutal“. Überhaupt an den Start zu gehen, nennt er „delikat“: „Wir werden uns erstmal durch drei Stürme gen Westen kämpfen müssen. Es gab schon softere Route du Rhums“, erklärte Herrmann. Das Rennen sei immer zweigeteilt, erst kommt der europäische Winter und dann Passatwinde. Für Herrmann bedeute das „erst die Feuertaufe, dann die Barfußroute. Wir werden hier alle Bedingungen haben, und es gibt unendlich viele“. Das aber sei ideal, um die Rennyacht kennenzulernen. „Das Boot kann extrem schnell fahren, aber ich muss sehen, wie es sich verhält, wenn es auf den Foils abhebt und aus mehreren Metern runterkracht“, sagte Herrmann. Eventuell muss er bei schwierigen Bedingungen auch mal das Tempo stark reduzieren und in den „Überlebensmodus“ schalten. Erste Prämisse sei, „keinen Fuck-Up zu generieren“.

Die Flasche Rum

Die Flasche Rum zumindest, die Herrmann von seiner Lieblings-Crêperie bekommen hat – „für den obligatorischen Manöverschluck oder um Neptun mal zu beruhigen“ – werde der 41-Jährige wohl frühestens in der zweiten Woche aufmachen können. „Wenn ich mich eine Woche durch die Hölle gekämpft habe, Muskelkater, Schmerzen und Schlafentzug langsam weichen und vielleicht etwas tropische Stimmung aufkommt, kann ich mich mit dem Rum einen Moment daran erinnern, dass es noch ein Leben außerhalb des Überlebenskampfes gibt“, erklärte Herrmann.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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