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Sechste Etappe beim Ocean Race Boris Herrmann und Co-Skipperin Kuiper segeln in Heimathafen

Mathias Freese
Mathias Freese Tatjana Pokorny
Freuen sich auf die sechste Etappe: Boris Herrmann (2. v. rechts) und Co-Skipperin Rosalin Kuiper (Mitte). Ebenfalls dabei sein werden Antoine Auriol (rechts) und Will Harris (2. v. links). Nicht an Bord ist Yann Eliès (links).

Freuen sich auf die sechste Etappe: Boris Herrmann (2. v. rechts) und Co-Skipperin Rosalin Kuiper (Mitte). Ebenfalls dabei sein werden Antoine Auriol (rechts) und Will Harris (2. v. links). Nicht an Bord ist Yann Eliès (links).

Team Malizia

Aarhus - Kurz vor Vollendung der Weltumsegelung freuen sich Segelstar Boris Herrmann und seine Co-Skipperin Rosalin Kuiper auf Stippvisiten in der Heimat. An diesem Donnerstag am späten Nachmittag brechen das Team Malizia und die anderen Boote der Ocean-Race-Flotte zur sechsten und vorletzten Etappe auf, die vom dänischen Aarhus erst nach Kiel, von dort aber ohne Anlandung direkt wieder zurück und über Dänemark ins niederländische Den Haag führt. Die geschätzte Ankunft dort ist bereits an diesem Sonntag.

Fly-By in Kieler Förde

„Nach Deutschland zu kommen, ist etwas ganz Besonderes für unser Team“, sagte der aus Oldenburg stammende Skipper Herrmann: „Ich glaube nicht, dass es einen sportlichen Vorteil gibt, aber es gibt einen großen Ansporn durch die deutschen Fans und das ist etwas, das mir viel Energie gibt. Ich hoffe, dass es in Zukunft einen echten Zwischenstopp in Deutschland geben kann.“

In Kiel ist in diesem Jahr lediglich ein „Fly-By“ angesetzt, die Rennyachten segeln also einmal in den Hafen, runden eine Wendemarke direkt vor dem Ocean Live Park an der Kiellinie und segeln wieder raus. Und dann geht’s in die Heimat von Co-Skipperin Kuiper. Auch für sie ist es „sehr speziell“, nach Den Haag zu segeln, sagte sie am Mittwoch – ihrem 28. Geburtstag.

Viele Manöver

Die Etappe ist mit etwa 800 Seemeilen die kürzeste, es werden aber nicht weniger Punkte vergeben als bei den anderen. Die Operation auf der Förde gilt als äußerst anspruchsvoll. Erwartet werden Zehntausende Fans an Land und eine Armada von Zuschauerbooten auf dem Wasser. Etwa 50 Boote der Wasserschutzpolizei und der Veranstalter werden zum Schutz der Ocean-Race-Yachten und der Zuschauerflotte im Einsatz sein. Das Fahrwasser ist am Freitagnachmittag zwischen dem Kieler Leuchtturm und der Wendemarke zwischen 15 und 17 Uhr gesperrt und den Rennyachten vorbehalten.

„Das wird eine super-intensive Etappe“, sagte Kuiper. „Unsere Boote sind etwas schwierig zu manövrieren, das haben wir bei den Hafenrennen gesehen. Und der Fly-By in Kiel ist so etwas wie ein Hafenrennen in der Etappe“, sagte Co-Skipper Will Harris.

Kuiper erwartet ein ganz anderes Segeln als in den bisherigen fünf deutlich längeren Etappen, die viel auf den großen Ozeanen stattfanden. „Normalerweise brauchen wir so zwei, drei Tage, bis wir uns eingegroovt haben. Diese Etappe ist dann schon vorbei“, sagte die Niederländerin. Die üblichen Schichten und Pausen á vier Stunden werde es nicht geben. „Ich glaube nicht, dass jemand so lange aussetzt, weil es zu viele Manöver geben wird“, sagte Kuiper.

Flotte wieder komplett

Die Flotte des Ocean Race ist indes wieder komplett. Am Mittwochmittag kam das Team Guyot mit seinem in Kiel reparierten Boot in Aarhus an. Getragen von einer Welle der Hilfsbereitschaft, waren in sechs Tagen rund 800 Stunden Arbeit in das beim Mastbruch am 9. Mai beschädigte Boot geflossen. Mit Ersatzmast des US-Teams 11th Hour Racing ist „Guyot“ nun wieder im Spiel. Der Berliner „Guyot“-Skipper Robert Stanjek, der die Kieler Gewässer als ehemaliger Olympia-Segler und Kielboot-Segler gut kennt, sagte vor dem Comeback seines Teams: „Es ist ein Vorteil, durch unser Wohnzimmer zu segeln.“

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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