Ballincurrig - Besser ist sie nicht geworden. Oder vielleicht doch? Die Boßelstrecke im irischen Ballincurrig hat es in sich. Der raue Belag und die vielen kleinen und großen Löcher haben schon viele verzweifeln lassen. Das war auch bei den ersten Trainingseinheiten der FKV-Werfer so. Gerade für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind, kann das Geläuf zur Herausforderung werden. „Die sollen sich nie wieder über unsere Strecken bei den Meisterschaften beschweren“, sagte Frank Gökemeyer, zweiter Vorsitzender des FKV, noch auf der Straße.

Im Vergleich zu den Vorjahren sind einige Stellen noch weiter abgesackt und Abbruchkanten breiter geworden. Aber das muss nicht alles schlecht sein. Durch die starke Beanspruchung – und wohl auch durch fehlende Instandhaltung – sind manche Stellen regelrecht glatt geschliffen worden. Halbherzig aufgesetzte Flicken aus Splitt und Teer sind wieder verschwunden. Das eröffnet den Boßlern neue Möglichkeiten.

Aber wo ist nun die Ideallinie? Diese Frage wurde heiß diskutiert. Und das nicht nur im deutschen Team. Auch die Niederländer probierten im Training vieles aus. Seriensiegerin Silke Tulk versorgte die niederländischen Nachwuchswerfer mit Tipps und Tricks. Doch auch die Deutschen hatten reichlich Erfahrung, auf die sie zurückgreifen konnten. Neben Anke Klöpper und Ralf Look, die am Wochenende selbst noch starten werden, war auch einer vor Ort, der selbst schon in Ballincurrig gewonnen hat: Fabian Schiffmann. Der Boßler aus Südarle ist derzeit privat in Irland und stand den Nachwuchswerfern des FKV zur Seite. Seinem Vereinskameraden Fynn Meyerhoff gab er Tipps, worauf er beim Anlauf in den Kurven aufpassen muss, der Simonswolderin Tomke de Vries verriet er, von wo sie am besten abwerfen könne.

Eines mussten Meyerhoff, de Vries und ihre Bahnweiser aber erst noch lernen: In Ballincurrig kommt es nicht bei jedem Wurf darauf an, neue Rekordweiten zu erzielen. Oftmals ist es deutlich besser, sich, oder im Fall der Jugendwerfer, seinen Partner gut zu stellen, ohne dabei volles Risiko zu gehen.

An diesem Freitag können sie sich bei den Halbfinals der Frauen einen ersten Eindruck verschaffen, wie das alles im Wettkampf aussieht. Ganz egal, wie ihr eigenes Turnier am Sonntag ausgeht, eine bleibende Erfahrung ist die Tour für die jungen Friesensportler schon jetzt. Und an einem guten Tag können die beiden jeden schlagen – egal ob aus Irland oder den Niederlanden.

Jochen Schrievers
Jochen Schrievers Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung