Dykhausen - Das Boßeln entwickelte sich in Friesland in den 1950er und 60er Jahren zu einem regelrechten Volkssport. Fast überall wurden die Boßelkugeln über die Straßen gerollt – auch in Dykhausen. Dort gab es vor allem Mitte der 60er Jahre immer mehr Sportbegeisterte. Und so dauerte es nicht lange, bis ein Verein gegründet wurde.
Vor 50 Jahren, am 6. Februar 1966, wurde der Klootschießer- und Boßelverein „Lütt End“ Dykhausen aus der Taufe gehoben. Dazu hatten sich Berthold Mehl, Gerold Jürgens, Heino Peeks, Hermann Reichert, Hans Schlütemann, Heino Focken, Johann Oeltermann, Wilhelm Peeks, Hinrich Borchers, Günter Röben, Arno Röben und Karl Röttger in der Gaststätte Röben zusammengefunden. Hermann Reichert übernahm den Vorsitz.
Einige der Gründerväter boßeln bis heute und erinnern sich noch gut, dass es bei der Vereinsgründung vor allem um die rechtliche Absicherung des Sports auf den öffentlichen Straßen ging.
Der Boßelverein hatte von Anfang an guten Zulauf. Schon im Gründungsjahr machten 42 Erwachsene und rund 20 Jugendliche mit. Kein Wunder, „Lütt End“ Dykhausen war damals der einzige Verein im Dorf und übernahm auch die Aufgaben eines Bürgervereins. So wurden zur Pflege des Miteinanders auch Maifeiern, Festbälle und Ausflüge organisiert.
Sportlich verlief die Karriere zunächst verhalten. In den ersten Jahren habe man viel Lehrgeld bezahlt, berichten die Gründer. Der Jugend gelang es 1975 erstmals, den Kreismeistertitel zu holen. 1980 wurden die Männer erstmalig Kreismeister der B-Liga. Es folgten weitere Titel. 1991 waren auch die Frauen als Kreismeister erfolgreich. Zum 25-jährigen Bestehen 1991 hatte der Verein einen besonderen Erfolg: Damals holten alle Gruppen im Punktspielbetrieb den Kreismeistertitel. 1991 konnte auch die Vereinsfahne mit Unterstützung von Heidi Gräfin von Wedel angeschafft werden.
Heute sind 75 Mitglieder, davon neun Frauen im Verein organisiert. Den Vorsitz hat Axel Röben. Im Punktspielbetrieb sind die Männer mit 16 Werfern gemeldet. Auch eine Seniorenmannschaft ist jede Woche auf der Strecke, allerdings jagen sie nicht mehr nach Punkten: Sie boßeln zum Spaß.
Der Verein plant in Kürze eine Feier zum 50-jährigen Bestehen. Der Termin steht allerdings noch nicht fest.
