Oldenburg - Wenn Thomas Schaaf auftaucht, geht es schnell um Fußball. So schwelgte auch Gastgeber Christian Hilbers erst einmal in Nostalgie und erinnerte an das „Erfolgsjahr 2004“, als der frühere Trainer von Werder Bremen mit dem Club Deutscher Meister und Pokalsieger wurde. 2004 war aber auch das Jahr, in dem Thomas Schaaf Botschafter des Vereins Trauerland wurde – ein Jahr nachdem sein Bruder plötzlich gestorben war.
In dieser Eigenschaft kam er am Sonntagmorgen in die Alte Brennerei Hilbers nach Etzhorn. Dort überreichte ihm der Serviceclub „Round Table 14“ einen Scheck über 9000 Euro für die Vereinsarbeit. Die Summe hatten die Männer im Vorjahr mit mehreren Aktionen gesammelt, um das Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Oldenburg zu unterstützen.
Seit 1999 bietet der Verein trauernden Kindern, die einen nahen Angehörigen verloren haben, sowie deren Familien Hilfe an. „Es gibt viele gute Gründe, die Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen und das Thema Tod zu enttabuisieren“, begründete Schaaf sein Engagement. „Die Kinder, die der Verein betreut, machen eine schwierige Situation durch. Da ist es wichtig, dass sie nicht alleine gelassen werden“, sagte er.
Prominente wie Schaaf seien für die Vereinsarbeit wichtig, lobte Carolin de Witt den Einsatz des 52-Jährigen. „Thomas Schaaf ist ein Idol und gibt dem Verein eine Stimme“, betonte die Oldenburger Gruppenleiterin. Derzeit betreut Trauerland nach eigenen Angaben rund 35 Kinder und Jugendliche aus Stadt und Umland in seinen Räumen am Deelweg. Der Fußball, so de Witt, sei für viele ein wichtiger Anker und könne in schwerer Zeit helfen. Über seine aktuellen sportlichen Ambitionen wollte Schaaf, der im Vorjahr bei Werder nach 14 Trainer-Jahren beurlaubt worden war, am Sonntag jedoch nicht sprechen. Er widmete sich ganz seinen Gastgebern.
