Wardenburg - Von den zehn Teams, die an diesem Wochenende beim IFA-Cup in Wardenburg antreten, hat der SSV Bozen wohl etwas einmaliges zu bieten: Die Spieler des Vereins aus Südtirol stellen die komplette Nationalmannschaft ihres Landes.
Die Erklärung hierfür ist allerdings recht simpel: Der SSV ist die einzige Vereinsmannschaft in Italien, die Faustball wettkampfmäßig betreibt. Auf Clubebene nehmen die Bozener deswegen auch dank einer Sondergenehmigung am Spielbetrieb der österreichischen Bundesliga teil. „Früher gab es noch drei bis vier Mannschaften in Italien“, erzählt Simon Prudenziati, aktueller SSV-Spieler. Seit Anfang der 90er gebe es jedoch nur noch den SSV Bozen, der seit vier Jahren immerhin auch noch eine zweite Mannschaft sowie ein Frauenteam stellt. Beide Männermannschaften spielen momentan in der 2. Bundesliga Österreichs und schafften dort in der bereits abgeschlossenen Saison den Klassenerhalt. „Wir wollen nächstes Jahr aber wieder in die 1. Bundesliga aufsteigen“, sagt Prudenziati.
Die Teilnahme am IFA-Cup sei für die Spieler schon ein Höhepunkt des Sportjahres – zumindest auf Clubebene. „Da wir ja alle gleichzeitig Nationalspieler sind, nehmen wir auch an den Welt- und Europameisterschaften teil“, erklären die Italiener. Ihr Ziel für den IFA-Cup sei gar nicht so sehr an der Platzierung festzumachen. „Wir wissen, dass wir zwischen Platz acht und zehn landen werden, dafür ist die Konkurrenz aus Österreich, Deutschland und der Schweiz einfach zu stark“, weiß Prudenziati, dass für seine Mannschaft in Wardenburg nur die Außenseiterrolle bleibt. Vielmehr stehe die spielerische Entwicklung im Vordergrund, und dafür seien die Duelle gegen starke europäische Gegner von Vorteil. Und gefeiert wird am Ende sowieso – egal wie es ausgeht. Da dürfte es den Italienern zu Gute kommen, dass sie in der Brettorfer Sporthalle übernachten, wo nebenan am Sonnabend die große Freiluftfete steigt...
