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Fußball Nervenstarke Braker bejubeln Finalsieg


Grenzenloser Jubel: Die Braker Fußballer sind Bezirkspokalsieger. 
Volkhard Patten

Grenzenloser Jubel: Die Braker Fußballer sind Bezirkspokalsieger.

Volkhard Patten

Brake - Der Fußball-Bezirkspokal hat es möglich gemacht: Der Landesliga-Absteiger SV Brake bezwang den Oberliga-Aufsteiger BSV Kickers Emden im Finale am Samstag mit 6:3 nach Elfmeterschießen. Nach Ende der regulären Spielzeit hatte es 2:2 (0:1) gestanden.

Gut 400 Zuschauer in Brake trauten ihren Augen nicht. Die als krasser Außenseiter angetretenen Braker hatten in den Schlussminuten nicht nur einen 0:2-Rückstand egalisiert, sondern im anschließenden Elfmeterschießen die besseren Nerven bewiesen.

Die Braker Jan-Niklas Wiese, Jan Speer, Luke Bleckmann und Christopher Nickel verwandelten vom Elfmeterpunkt sicher. Dagegen scheiterten die Gäste-Spieler Marvin-Reiner Elferts und Manuel Menzel am prächtig reagierenden Patrick Lahrmann. Brakes Torwarttrainer Erwin Schlegel hatte es geahnt und zuvor orakelt: „Patrick wird zwei Elfer abwehren, da bin ich mir sicher.“

Brakes Miklas Kunst musste daher gar nicht mehr antreten. Unglücklich darüber war er nicht: „Der Emder Torwart Nils Ludwig war schon ein Hüne“, sagte er.

Der Jubel kannte danach keine Grenzen. Die Braker Mannschaft versammelte sich im Kreis und gab lautstarke Schlachtgesänge über die Beschallungsanlage zum Besten. Getränke spritzten über das Feld. Die Spieler genossen den Pokalsieg.

Die Siegerehrung übernahmen Staffelleiter Stefan Brinker und Dieter Ohls, Vorsitzender des Fußball-Bezirksverbandes Weser-Ems. Kapitän Patrick Lahrmann stemmte den Siegerpokal in die Höhe. Dazu gab es einen Geld- und Sachpreis. Außerdem erhielt das Team die Einladung zur Besichtigung einer Brauerei in Kreuztal (Nordrhein Westfalen).

Vorsichtige Taktik

Am 5. Mai hatten sich die beide Teams noch im Punktspielbetrieb gegenübergestanden. Brake verlor damals sang- und klanglos mit 0:9. Trainer Lars Bechstein wählte deshalb diesmal eine vorsichtige Taktik. Teilweise standen fünf Akteure in der Abwehrkette.

Holger Wulff schoss die Gäste trotzdem früh in Front. Bechstein ärgerte sich: „Da hätte Daniel Luckyman besser verteidigen müssen.“

Es fehlten zwar zunächst die großen Tormöglichkeiten. Aber das Spiel lebte von der Spannung, zumal sich die Emder früh selbst schwächten. Bastian Dassel (30.) sah nach einem Schubser an Wiese die Rote Karte. Die Hausherren agierten mehr als eine Stunde in Überzahl und nutzten vor allem im zweiten Durchgang clever die ganze Breite des Feldes. „Der Feldverweis war die Schlüsselszene. Am Ende fehlte uns die Kraft“, sagte Kickers-Trainer Uwe Welzel. Sein Teammanager Arno Janßen wurde deutlicher: „Die Rote Karte war einfach nur Dummheit.“

Glück hatte der BSV dagegen, als Luke Bleckmann (36.) mit einem Freistoß nur die Torlatte traf. Yanic Konda erhöhte nach der Pause auf 2:0. Alles schien seinen erwarteten Lauf zu nehmen.

Miklas Kunst hatte dann mit einem Kopfball Pech. Doch kurze Zeit später folgte der Gala-Auftritt von Wiese, der sich auf der linken Angriffsseite bravourös bis an die Grundlinie durchsetzte. Sein Abspiel drosch Christopher Nickel zum 1:2 in die Maschen. Sean-Marius Harenberg glich per Kopf kurz darauf nach einer Ecke von Jan Speer aus.

Stadion tobt

Das Stadion tobte. Die Begeisterung erfasste die Braker Spieler. Im Elfmeterkrimi war allen das Selbstvertrauen anzumerken.

Acht Spieler der Startelf der Gäste waren nach dem Oberliga-Aufstieg am Vorsonntag noch in einen Kurzurlaub nach Mallorca gereist. Die Mannschaft vom Dollart wirkte vielleicht auch deswegen nicht so spritzig.

Beim SVB fehlte Frederik Voltmann aufgrund eines Bänderrisses im rechten Fuß, den er sich am vergangenen Dienstag im Training zugezogen hatte. Harenberg musste kurz vor Schluss mit einer bösen Handverletzung ausgewechselt werden.

Beobachtet worden war die Begegnung auch von den ehemaligen Braker Trainern Jürgen Damsch und Maik Stolzenberger. „Ein Treffer für Brake wäre bis zur Pause schon verdient gewesen“, sagte Damsch. Stolzenberger, zuletzt beim Bremer SV zusammen mit Trainer Ralf Voigt aktiv, zollte dem jungen Ilhan Tayser Respekt: „Mit ihm kam Dampf ins Braker Angriffsspiel.“

Der Pokalsieg beschert Brake die Teilnahme am Niedersachsen-Pokal im unteren Kreuz mit Mannschaften bis zur Oberliga. Allerdings wäre die Teilnahme auch bei einer Niederlage gewiss gewesen, denn Emden ist als künftiger Oberligist automatisch dabei. „Brake wäre auch als Zweiter teilnahmeberechtigt“, sagte Staffelleiter Brinker.

Brakes Trainer Lars Bechstein freute sich nach der Partie ganz besonders: „Die Mannschaft hat mir ein Denkmal gesetzt. Ich bin jetzt der einzige Braker, der den Pokal als Spieler und Trainer geholt hat.“

Tore: 0:1 Wulff (8.), 0:2 Y. Konda (56.), 1:2 Nickel (76.), 2:2 Harenberg (80.).

Elfmeterschießen: 3:2 Wiese, Eilerts verschießt, 4:2 Speer, 4:3 Alexandrenko, 5:3 Bleckmann, Menzel verschießt, 6:3 Nickel.

SVB: Lahrmann - Asmus(65. Tayser), Rakow (80. Kühl), Pleus, Luckyman, Harenberg (85. Heyer), Wiese, Bleckmann, Speer, Nickel, Kunst.

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