Brake - Seien wir ehrlich: Sportlich gesehen war der 12. Braker Stadtlauf eine Enttäuschung. Jedenfalls für Brhane Tsegay von der SG akquinet Lemwerder. Der Läufer hatte sich nämlich das ehrgeizige Ziel gesetzt, beim 10-Kilometer-Lauf, den Kreismeisterschaften also, unter 32 Minuten zu bleiben. Der aus Eritrea stammende Sportler brauchte am Sonntag jedoch 35:18 Minuten. Das reichte aber immerhin noch für den zweiten Platz hinter Jan Knutzen (33:02). Dritter wurde Matthias Schütte (36:38); schnellste Frau war Anita Erhardt (43:52) vor Janina Beck (45:21) und Silvia Muchow (45:55).

Der erfolgsgewohnte Sportler Tsegay mag am Sonntag mit sich gehadert haben, aber alle anderen Läufer und Zuschauer, seien wir weiter ehrlich, werden eine andere Bilanz der Laufveranstaltung ziehen. Sie könnte so lauten: strahlender Sonnenschein, bestens trainierte Läufer, hoch motivierte Kinder und Jugendliche, Cheerleader und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm sowie klatschfreudige Zuschauer – ein toller Erfolg also. Mit immerhin 825 Läufern.

Bevor am Nachmittag die 102 durchtrainierten Leichtathleten zum 10-Kilometer-Lauf gestartet sind, haben sie auf Wunsch von Lauf-Organisator und -Moderator Michael Kurz eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Ernst Bielefeld eingelegt. Bielefeld, langjähriger Abteilungs- und Übungsleiter beim SV Brake, war selbst passionierter Sportler. Ihm zu Ehren wird beim 13. Braker Stadtlauf im nächsten Jahr erstmals der Ernst-Bielefeld-Gedächtnis-Pokal an den ältesten Teilnehmer vergeben, kündigte Kurz an.

Hatte es am Samstag noch mehrfach kräftig geregnet, schien den ganzen Sonntag über die Sonne. Bestes Laufwetter also, und das stellten die Läufer auch bei den diversen Laufwettbewerben unter Beweis – ob 850-Meter, 5 Kilometer oder eben 10 Kilometer. Ausdrücklich als Gesundheitssport angekündigt hatte Michael Kurz den 5-Kilometer-Rundlauf für Walker und Nordic Walker. Zwar wurde auch deren Zeit gemessen, aber nicht gewertet.

Zwischen den Läufen gab es Tanzvorführungen, außerdem herrschte den ganzen Tag über Betriebsamkeit an den Mitmachstationen für Gäste und Läufer – sei es auf der Hüpfburg, an der Kletterwand oder beim Malen.

Robert Gurthart vom Verein „Wünsch dir was“ (erfüllt schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche) bot seine Dienste als Schnellkarikaturist an – gegen einen Obolus für den Verein.

Informatives gab es an vielen Ständen auf dem Postplatz noch obendrauf, und so ist diese Laufveranstaltung inzwischen zu einem schönen Volksfest für die ganze Familie geworden – und da hatte die Sonne auch allen Grund, so schön zu scheinen.

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement