BRAKE - Ein Leben ohne den Sportverein – das können sich in der Wesermarsch viele Menschen nicht vorstellen. Doch die Vereine müssen inzwischen um ihre Mitglieder kämpfen, denn es gibt immer weniger potenzielle Mitglieder. In einer Zeit, in der die Bevölkerungzahlen rückläufig sind, kommt es darauf an, auch Menschen für einen Sport zu begeistern, die sich generell nicht für einen Verein interessieren.
Kontakte herstellen
Mit diesem Problem beschäftigt sich der Kreissportbund Wesermarsch (KSB) in einer besonderen Veranstaltung. Unter dem Titel „Sportkontakt“ soll alle zwei Jahre – immer wenn kein Kreissporttag stattfindet – eine Tagung organisiert werden, auf der über aktuelle Themen wie etwa den Nachwuchsmangel gesprochen wird. Die Veranstaltung soll den Kontakt zwischen Vertretern der Vereine, der Politik, der Kommunen, Behörden, Wissenschaft, Schulen und Vereinigungen herstellen.
„Wir wollen dokumentieren, dass Sport mehr ist als nur Leibesertüchtigung, und dass wir als Sportvereine und als Kreissportbund dazu verpflichtet sind, eine gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen“, erklärte Wilfried Fugel, Vorsitzender des KSB, am Donnerstag. Gemeinsam mit Hans-Werner Bergner, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender des KSB, sowie Siegfried Gaida und Maike Günter, Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende der Sportjugend Wesermarsch, stellte er das Programm für die erste „Sportkontakt“-Tagung am Sonnabend, 22. August, in Elsfleth vor. „Wir freuen uns darüber, den Hörsaal des Schiffsführungssimulators für die Tagung nutzen zu dürfen“, sagte Fugel.
Zwei Themen werden an diesem Tag erörtert. An der Diskussion „Integration durch Sport“ wird unter anderen Nicola Friedrich, Vizepräsidentin des Landessportbunds Niedersachsen, teilnehmen. Im Gespräch soll gemeinsam überlegt werden, wie man besonders Menschen mit Migrationshintergrund für die Sportvereine begeistern und gewinnen kann. „Wir wollen schauen, was andere machen, wie die Möglichkeiten sind“, so Fugel. So gebe es für Vereine auch die Möglichkeit, Förderungsgelder zu beantragen, die Integrationsprojekten zugute kommen.
Gemeinsam Antwort finden
Ein weiteres Thema der Tagung lautet „Ganztagsschule – Ende des Jugendsports im Verein?“. Gemeinsam mit Experten wie Thomas Dyszack, Vorsitzender der Sportjugend Niedersachsen, soll versucht werden, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Gesprochen werden soll zum Beispiel über Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen.
Mit etwa 100 Teilnehmern rechnen die Veranstalter für die Tagung, die um 10 Uhr beginnt. Sollte „Sportkontakt“ nicht den gewünschten Erfolg bringen, wolle man trotzdem an einer Wiederholung in 2011 festhalten, so Fugel. „Dann müssten wir eventuell einige Dinge verändern.“
