Bremen/Grassau - Die Spur zu den Trainerlegenden Otto Rehhagel und Thomas Schaaf ist gelegt: Werder Bremen und sein aktueller Coach Florian Kohfeldt haben sich auf eine weitere Verlängerung des ohnehin bis 2021 laufenden Vertrages geeinigt. Das neue Arbeitspapier hat eine Laufzeit bis 2023, der 36-Jährige wäre am Ende dieses Kontraktes knapp sechs Jahre bei den Hanseaten als Trainer in der Verantwortung.

Dass seine Arbeit bei den Bremern noch lange nicht getan ist, daran ließ Kohfeldt keinen Zweifel. „Gemeinsam ist es uns gelungen, bei Werder eine Entwicklung voranzutreiben, die bei den Fans, der Stadt und der Region Lust auf mehr gemacht hat. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Weg jetzt kontinuierlich weitergehen können“, sagte er.

NWZ-KOMMENTAR ZU KOHFELDTS VERTRAGSVERLÄNGERUNG Logisch für beide Seiten

Lars Blancke
Bremen

Auch Werders Geschäftsführer Frank Baumann zeigte sich hocherfreut über die vorzeitige Vertragsverlängerung. „Florian und sein Trainerteam haben in den vergangenen Monaten hervorragende Arbeit geleistet“, lobte der 43-Jährige: „Seit er das Amt des Cheftrainers im Oktober 2017 übernommen hat, ist eine deutliche Entwicklung in der Mannschaft zu erkennen.“

Sollten die beiden Parteien den Arbeitsvertrag tatsächlich erfüllen, hätte Kohfeldt fast die Hälfte des Weges zurückgelegt, den einst Rehhagel und Schaaf bei den Norddeutschen beschritten. Der mittlerweile 80 Jahre alte Rehhagel schwang von 1981 bis 1995 am Osterdeich überaus erfolgreich das Zepter. Ebenfalls 14 Jahre (1999 bis 2013) amtierte Schaaf, mittlerweile Technischer Direktor bei den Grün-Weißen, an der Weser.

Rehhagel hatte mit Manager Willi Lemke ebenso einen kongenialen Partner an seiner Seite wie Schaaf mit Lemke-Nachfolger Klaus Allofs. In der Hansestadt hofft man auf ähnlich erfolgreiche Zeiten mit Kohfeldt, der mit Sport-Geschäftsführer Baumann zusammenarbeitet. Der Ex-Nationalspieler macht seinen Manager-Job in Bremen seit 2016.

Die Einigung zwischen dem SV Werder und Kohfeldt ist alles andere als eine Überraschung. Der in Siegen geborene und in der Bremer Nachbargemeinde Delmenhorst aufgewachsene Fußball-Lehrer hatte die Norddeutschen im Oktober 2017 in höchster Abstiegsgefahr übernommen und am Ende der Spielzeit auf Rang elf geführt. Zwölf Monate später verpasste sein Team als Liga-Achter die Qualifikation für die Europa League nur knapp.

„Es ist beeindruckend, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Florian Kohfeldt zu einem Sympathieträger in der Bundesliga entwickelt hat. Für Werder Bremen ist er ein Glücksfall“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff über den Coach, der im vergangenen Jahr mit dem DFB-Trainerpreis ausgezeichnet wurde.

Dabei hat Kohfeldt selbst nie professionell Fußball gespielt. Der studierte Sport- und Gesundheitswissenschaftler brachte es als Torhüter von Werder Bremen III nur bis in die fünftklassige Oberliga.

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