BRETTORF - Dass Sportler freiwillig darauf verzichten, ein Finale zu spielen, das kommt wohl nur selten vor. Die Faustballer des TV Brettorf II taten am Wochenende genau dies, aber nicht weil Erschöpfung oder Verletzungen vor dem Endspiel gegen Westfalia Hamm ihren Tribut forderten die Partie war schlichtweg nicht nötig, denn bereits mit ihrem Halbfinalsieg über den TV Kredenbach-Lohe hatten sie den Sprung in die Zweite Bundesliga perfekt gemacht. Wir haben uns dann mit Westfalia Hamm, das ebenfalls aufsteigt, abgesprochen und sind lieber früher nach Hause gefahren, berichtet Trainer Klaus Tabke. Denn der Aufstieg sollte gebührend gefeiert werden, und dazu blieb auf der dreistündigen Rückfahrt von Bocholt in den Landkreis ausreichend Zeit.
Dabei hätte schon im Halbfinale Endstation für alle Aufstiegsträume sein können, denn mit dem TV Kredenbach-Lohe aus Nordrhein-Westfalen stellte sich dem TVB eine Mannschaft entgegen, die ihre Liga in der abgelaufenen Saison dominiert und weder Spiel noch Satz abgegeben hatte. Sie war klarer Favorit, so Tabke.
Und so ließ sich das Spiel auch an, im ersten Satz blieb Brettorf ohne Chance, und Kredenbach legte ein 11:3 vor. Als die Brettorfer auch im zweiten Durchgang schnell mit 4:7 hinten lagen, griff Tabke das erste Mal in die Trickkiste und wechselte den Schlagmann: Benjamin Schwarze stand ab sofort für Stefan Nordbrock auf dem Feld. Das war entscheidend, weil die beiden unterschiedliche Schlagweisen haben. Bis sich Kredenbach daran gewöhnte, hatten wir den Rückstand schon in einen Vorsprung umgebogen, freut sich der Trainer, dessen Mannschaft mit einem 11:9 nach Sätzen ausglich. Die Kredenbacher schienen auch im dritten Satz nicht mit der veränderten Spielweise des TVB klar zu kommen, 11:3 fertigten die Faustballer aus dem Landkreis ihre Gegner ab und standen schon mit einem Bein in Liga zwei.
Doch dass der Gegner nicht zu unterschätzen ist, zeigte sich im entscheidenden vierten Satz: Die Siegerländer setzten sich wieder bis auf 7:4 ab und spielten stark auf. Tabke reagierte, wechselte erneut die Schlagleute, so dass nun Nordbrock wieder die Bühne betrat. Dieses Mal ließ sich der Gegner dadurch aber nicht so einfach verwirren, vergab aber drei Satzbälle beim Stand von 10:8 und 11:10 gegen die stark aufspielende Brettorfer Abwehr. Die Landkreisfaustballer hingegen nutzen ihren ersten Matchball zum entscheidenden 13:11.
