BRETTORF - Besser hätte es kaum laufen können. „Ich bin mit der Saison mehr als zufrieden“, sagte Klaus Tabke, Trainer der Bundesliga-Faustballer des TV Brettorf. Seine Mannschaft schloss die Punktspielserie 2012 am Sonnabend vor 350 Zuschauern auf dem heimischen Platz am Bareler Weg mit einem 5:0 (12:10, 11:9, 11:8, 15:14, 11:8)-Sieg über den Landkreis-Nachbarn ab. Damit sicherte sie sich die Nordmeisterschaft – und einen Platz im Halbfinale der deutschen Meisterschaft, die am 17. und 18. September in Vaihingen/Enz ausgetragen wird. „Wenn mir vor dem ersten Saisonspiel einer gesagt hätte, dass wir Erster werden, hätte ich ihm nicht geglaubt“, sagte Tabke. „Ich hätte schon die DM-Qualifikation sofort unterschrieben.“
Der Erfolg über den ASV war der 13. Sieg in Folge. Nur am ersten Spieltag beim VfK Berlin (3:5) mussten sich die Brettorfer geschlagen geben. „Es lief von Spiel zu Spiel zu besser“, erklärte Tabke. Und das Selbstbewusstsein wurde immer größer. „Wir haben dann auch Spiele gewonnen, die wir sonst verloren haben.“
Diesen Glauben an die eigene Stärke nahmen die TVB-Spieler auch mit in die Partie gegen Ahlhorn. Das zeigte sich in den ersten beiden Sätzen, in denen sie in den wichtigen Ballwechseln einfach einen Tick besser waren. „Brettorf hat die entscheidenden Punkte gemacht“, bestätigte ASV-Trainer Thomas Neuefeind. Seine Mannschaft habe Probleme mit den Aufschlägen gehabt. „Und das Zuspiel ließ zu wünschen übrig. Wir haben den Ball nicht nah genug an die Leine bekommen“, sagte er. Das führte dazu, dass die starke Brettorfer Abwehr den Ball sehr oft im Spiel halten konnte. „Dominik von Seggern hat sehr gut gespielt“, verteilte Tabke ein Sonderlob an einen seiner Defensivkünstler.
Mit dem 11:9 im zweiten Satz beseitigten die Brettorfer auch die allerletzten Zweifel daran, dass sie Meister der Nordstaffel werden würden. Anschließend rückte für Tabke auch die DM in den Fokus. Er wechselte den zuletzt verletzt fehlenden Tim Lemke ein, um seine Form zu testen. „Es fehlte ihm schon noch Trainings- und Spielpraxis“, analysierte der Trainer. Im weiteren Verlauf bekamen auch die Angreifer Stefan Nordbrock und Jens von Seggern noch Spielzeit. „Es ist gut zu sehen, dass wir Alternativen haben“, bilanzierte Tabke zufrieden.
Auch Neuefeind wechselte ab Satz drei viel. „Vielleicht auch ein bisschen zu viel“, überlegte er. „Aber ich wollte unbedingt mal etwas anderes machen.“ Ziel sei es gewesen, seine Mannschaft noch einmal aufzurütteln. Er habe dabei auch an die DM gedacht, erklärte Tabke. „Dieses Spiel war als Vorbereitung gedacht. Wir wollten uns Selbstvertrauen holen. Das haben wir nicht geschafft“, sagte er angesichts des 0:5. Damit rutschten die Ahlhorner in der Abschlusstabelle noch hinter Berlin auf Rang drei ab, die DM-Qualifikation war bereits gesichert.
„Von der Grundvoraussetzung ist Platz drei vielleicht sogar besser“, stellte Neuefeind fest. „Dieser Gedanke war für mich im Spiel aber zeitrangig. Ich hätte lieber gewonnen.“ Seine Mannschaft trifft am 17. September im Qualifikationsspiel auf den Zweiten der Südstaffel, den TV Unterhaugstett. Gewinnt sie, geht es im Halbfinale gegen Brettorf. Um den anderen Platz im Halbfinale kämpfen Berlin und der TV Vaihingen/Enz. Der Sieger dieser Begegnung trifft dann auf den Südmeister und Titelverteidiger, den TSV Pfungstadt. Der hat in dieser Saison noch kein Spiel verloren.
