Oldenburg/Wien - Eine Initialzündung für den Oldenburger Mädchenbasketball erhoffen sich Henning Haseleu und Ralf Pröls, Trainer der U-17-Juniorinnen vom Bürgerfelder TB. Seit einigen Jahren betreut das Duo die Talente, die nach der Einschätzung der beiden Coaches als Kollektiv zu den besten Mannschaften in Deutschland zählen. Dies bewiesen nicht zuletzt der Triumph beim Pfingstturnier in Zehlendorf 2014, die Vizemeisterschaft in der U-17-Landesliga sowie das starke Auftreten beim diesjährigen Osterturnier in Wien.
Nun wollen Haseleu und Pröls mit ihrem Team einen weiteren Schritt machen – und zwar einen gewaltigen: Der BTB hat sich für die Teilnahme am Qualifikationsturnier zur Weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) für den U-17-Nachwuchs beworben. „Es war immer ein Traum von Henning, mit den Mädels auf dem höchstmöglichen Niveau zu spielen“, erklärt Pröls, der dem 35-jährigen Ex-Bundesligaspieler des OTB als Co-Trainer zur Seite steht, „und ich will ihn dabei unterstützen.“
Alleine, um beim Qualifikationsturnier teilnehmen zu dürfen, musste eine siebenseitige Bewerbung an den Deutschen Basketball Bund (DBB) geschrieben werden. „Wir haben noch lange nicht alle Kriterien erfüllt, die verlangt werden“, sagt Pröls.
Zusammenarbeit geplant
Dazu zählen beispielsweise das Stellen von weiblichen Nachwuchsmannschaften in allen Altersklassen, ein Grundschulprojekt und eine Frauenmannschaft, die mindestens in der 2. Regionalliga spielt. Da die BTB Royal Ladies durch Rückzüge anderer Teams den Klassenerhalt geschafft haben, ist zumindest dieses Kriterium erfüllt.
Helfen könnte eine Zusammenarbeit mit dem Oldenburger TB, der ebenfalls einige Mädchenteams stellt, sich aber gegen eine gezielte Leistungsförderung entschieden hat.
Ein Grund, warum Haseleu vor fünf Jahren mit seiner geschlossenen Mannschaft zum Stadtrivalen nach Bürgerfelde wechselte.
So hat es bereits Gespräche mit dem Tabellenersten der Landesliga, dem BBC Osnabrück, gegeben. Bereits nach dem Hinspiel hatten die Verantwortlichen Interesse bekundet, bei einer erfolgreichen Bewerbung bis zu vier Spielerinnen für eine WNBL-Auswahl zu stellen. Vielleicht finden diese Gespräche eine Fortsetzung beim Rückspiel gegen die Osnabrückerinnen, welches aber nach einer Verlegung wieder datiert werden muss. Eine Teilnahme an der WNBL wäre für die BTB-Mädchen ein anderer sportlicher Anreiz als die Landesliga.
Große Erfolge in Sicht
Durch die Vizemeisterschaft in der Landesliga hatten sich die U-17-Juniorinnen für die Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Diese wird Anfang Juni ausgetragen.
Wo die Titelkämpfe stattfinden, steht allerdings noch nicht fest. „Das Halbfinale zu erreichen ist mit dieser Truppe auf jeden Fall möglich“, hofft Pröls, „was danach noch drin ist, wird man sehen müssen.“
Vor einigen Wochen gab es einen weiteren Saisonhöhepunkt. Die U-17-Juniorinnen nahmen am internationalen Osterturnier in Wien teil. In einem Starterfeld von insgesamt 45 Mannschaften konnten die mit dem jüngeren Jahrgang angetretenen Oldenburgerinnen mit den angetretenen europäischen Spitzenteams mithalten. „Uns fehlt aber die internationale Härte. Daran müssen wir uns sehr noch gewöhnen“, berichtete Pröls.
Internationale Gegner
Im ersten Spiel der Vorrunde gewann der BTB nach einer enormen Energieleistung in der Schlussphase gegen BEAC Budapest noch mit 41:39. Gegen den späteren Turniersieger Jelgava aus Lettland war man in der zweiten Partie allerdings chancenlos und verlor gegen die durch die Bank weg einen Kopf größeren Sportinternats-Schülerinnen mit 15:45.
Im dritten Spiel des Tages gegen RP Ulm waren die Oldenburgerinnen das bestimmende Team und siegten mit 42:15. Auch die abschließende Begegnung gegen SSD Polet aus Slowenien ging mit 42:20 klar an den BTB.
Tags darauf ging es im Achtelfinale gegen den Nachwuchs von Jahn München. Dort geriet das Team schnell in Rückstand und musste dem hohen Tempo vom Vortag Tribut zollen. So ging die Partie mit 46:32 an den Gegner.
