Ganderkesee - Wenn Andreas Hübner dienstags oder freitags im Judo-Anzug die Turnhalle der Grundschule Dürerstraße betritt, dann, so sagt er, „gehe ich nicht zum Sport“. Denn das, was in der Halle trainiert wird, „ist für mich mein Leben“, viel mehr als nur eine Sportart. Ein Teil aus diesem Leben findet sich jetzt in einem Buch wieder. „Impulsiv. Ich? Niemals!“ heißt es und ist das Erstlingswerk von Silke Helmrich, einer passionierten Judoka aus Berne (Wesermarsch).

Zum Hintergrund. Andreas Hübner ist beim TSV Ganderkesee eine Institution. Seit 1986, damals war er 17, leitet er die Judo-Abteilung des Vereins, „da hat man mich so reingeschubst“. Hübner ist Träger des 2. Dan, kämpfte in der Nordseeliga, auch in der zweiten Bundesliga. Doch das Kämpfen ist für ihn eher zweitrangig: „Ich bin ein bisschen technik-verliebt“. Der Spaß an Übungen reize ihn – auch den will er weitergeben.

Dass dieser Spaß auch im Training eine große Rolle spielt, ist offenkundig: Zeitweise „wird rumgealbert“, so räumt es Hübner freimütig ein, zeit-weise gehe es aber auch hochkonzentriert zur Sache. Judo, das sei eine Lebenseinstellung. Hier gehe es auch um das Weitergeben von Werten. „Respekt, Disziplin, Anerkennung, Mut, Tapferkeit, füreinander da sein“, zählt der 47-Jährige auf. Und: „Es geht nie gegeneinander, es geht nur miteinander.“

Im TSV Ganderkesee ist die im Jahr 1975 von Gerd Gloyer gegründete Abteilung eine feste Größe. In schwächsten Zeiten habe sie etwa 65 Sportler umfasst, heute seien es etwa 85, sagt Hübner. Als Übungsleiter gehen er selbst und Ralf Lemke mit auf die Matten, Helfer sind Stephanie Hübner, Alexander Hübner und Philipp Lehnacker.

Für Silke Helmrich ist Judo zugleich „Familiensport“ – den auch ihr Ehemann und ihre beiden Kinder betreiben. Als die Industriekauffrau an ihrem Jugendbuch über die 16-jährige Henrikje und den rätselhaften Friedjof schrieb, stand sie vor der Hürde, dass die beschriebene Selbstverteidigungs-Szenen auch „stimmig“ sein mussten. Also stand die Judo Abteilung Pate: „Wir haben die Szenen nachgestellt oder ausprobiert“, berichtet Andreas Hübner. Stimmig seien die Übungen jetzt – allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen: Hübner: „Das ist viel zu gefährlich!“ Judo-Training in der Halle Dürerstraße: dienstags 17.30 bis 19 Uhr Kinder/Jugendliche; 19 bis 20.30 Uhr Erwachsene. Freitags: 17 bis 18.30 Uhr Kinder/Anfänger; 18.30 bis 20 Uhr Jugend/Erwachsene, 20 bis 21.30 Uhr Judo-Freizeitgruppe. Eine neue Gruppe startet nach Ostern (Infos unter t  04222/6469).