BUDAPEST - Die Staffel verbesserte den Rekord um 2,6 Sekunden. Antje Buschschulte holte Silber über 100 Meter Rücken.
Von Richard Janssen
und Dietmar Fuchs
BUDAPEST - Deutschlands Power-Frauen erobern mit Weltrekorden am Fließband die Schwimm-Welt. Petra Dallmann, Daniela Samulski, Britta Steffen und Annika Liebs zogen gestern bei den Europameisterschaften in traumhaften 7:50,82 Minuten mit der dritten Weltbestzeit von Budapest Gold über 4x200 Meter Freistil an Land.Ungläubig blickten die deutschen Frauen auf die Anzeigetafel, ehe sie jubelten. Der Wiesbadener Helge Meeuw landete über 50 Meter Rücken den goldenen Befreiungsschlag, Antje Buschschulte und Janine Pietsch holten über 100 Meter Rücken Silber und Bronze. Die Olympia-Zweiten Tobias Schellenberg/Andreas Wels eroberten im Synchronspringen vom Dreimeterbrett Gold.
Das Frauen-Quartett war im Regen von Budapest eine Klasse für sich. „Ich bin stolz auf uns, die Mädels sind alle über sich hinaus gewachsen“, sagte die Berlinerin Britta Steffen, die ihren dritten Weltrekord von Budapest feierte. Petra Dallmann sagte: „Mit dieser Zeit haben wir auf keinen Fall gerechnet.“ 5,50 Sekunden lagen die DSV-Frauen vor Polen, die alte Bestmarke der USA hatten sie um 2,60 Sekunden unterboten.
Der Wiesbadener Meeuw wirkte nach seinem Befreiungsschlag über 50 Meter Rücken in 25,06 Sekunden gelöst. „Darauf habe ich gesetzt“, sagte der angehende Medizinstudent, der vorher zwei Niederlagen kassiert hatte. „Ich habe mich saustark gefühlt. Der Start war genial.“ Steffen Driesen (Wuppertal) wurde Fünfter.
„Es ist keine gute Zeit, aber egal“, sagte Antje Buschschulte nach Silber über 100 Meter Rücken in 1:01,40 Minuten. Die 27-jährige Studentin der Neurobiologie aus Magdeburg hatte „feste Beine. Ich habe mich nicht so gefühlt, denn ich bin nicht in der Form meines Lebens.“ Janine Pietsch war nach 1:01,55 Minuten und Bronze „absolut stolz. Wir können sehr zufrieden sein“. Sie mussten sich der 19-jährigen Französin Laure Manaudou geschlagen geben, die in 1:00,88 Sekunden 33 Minuten nach ihrem Sieg über 200 Meter Lagen zu ihrem dritten Titel von Budapest schwamm.
Tobias Schellenberg und Andreas Wels bewiesen in einem Krimi vom Dreimeterbrett starke Nerven und sprangen im letzten Durchgang mit 403,86 Punkten zum Titel vor den Russen Dimitri Sautin/Juri Kunakow (401,46). Wels war danach „total happy“, und Schellenberg schenkte den Sieg Sohn Robin zum ersten Geburtstag.
Die erst kurz vor der EM nachnominierte Christin Steuer sprang vom Turm zu Bronze. Die 23-Jährige aus Riesa musste sich nur der neuen Europameisterin Julia Prokopschuk aus der Ukraine sowie der Österreicherin Anja Richter geschlagen geben.
