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Tradition Bürgervereine trotzen der „kalten Sophie“

Atens/Ellwürden/Abbehausen - Das hatten die Pfingstbaumumzügler nun wirklich nicht verdient: Tagelang wurde Norddeutschland von herrlichstem Sommerwetter verwöhnt – und just am Tag vor Pfingstsonntag, wenn traditionell die Pfingstbäume gesetzt werden, sorgte die „Kalte Sophie“ vorschnell für einen bitteren Temperatursturz, eisige Windböen und plötzliche Schauer. Zwar warm verpackt, aber fröstelnd standen Ellwürder, Abbehauser und Atenser dennoch an Straßenrändern, um mit viel Spaß den Zügen zuzuschauen und die festlich geschmückten Bäume respektvoll zu bewundern. Oder sie sahen am Ellwürder Kinderspielplatz und Atenser Kreisel, zwar von einem Fuß auf den anderen tretend, doch geduldig ausharrend zu, bis das Traditionsstangerl in die Senkrechte kam.

„Starke Männer“

Von den „starken Männern mit den weißen Hemden“ sprach voller Hochachtung vor der gebrachten Leistung Bürgervereinsvorsitzender Norbert Hartfil. Er meinte die Träger des 17 Meter langen Baumes, die es trotz der widrigen Verhältnisse und so mancher „Lüttjen-Korn-Zwangspause“ schafften, den Baum hinter Heiko Cordes als Fahnenträger und unter Kommando von Jan Rosenau quer durchs Doppeldorf zielsicher zum Festplatz zu bugsieren.

Begleitet wurde der Treck vom Spielmannszug Loxstedt und Delegationen des Club Weserstrand, des Fördervereins der Grundschule, des TSV, der Klootschießer, der Jugendfeuerwehr und der Johanniter Unfallhilfe.

Die Pfingstmajestäten Christina Bolhuis und Bastian Haase sowie das Prinzenpaar Leonie Scholz und Nevio Ortel hatten in einer Kutsche Platz genommen, die von einem knallrotten Oldtimer-Trecker gezogen wurde. Dem Zug vorweg liefen Vize-Landrat Karlheinz Ranft, Nordenhams Bürgermeister Carsten Seyfarth, Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer, viele Ortsratspolitiker, Pfarrer Matthias Kaffka sowie – extra aus Ghana angereist – sein Vorgänger Hans-Wilhelm Biermann.

Die Freiwillige Feuerwehr Abbehausen sicherte den Zug ab. Die Zeit, in der der Fuß des Baumes am Festplatz sicher in der Halterung verankert wurde, überbrückte Norbert Hartfil mit einem Pfingstquiz, bei dem alle Ehrengäste drei – nicht immer ganz ernst gemeinte – Fragen zur Geschichte Nordenhams beantworten mussten. Pastor Kaffka hatte hier „beim Stechen“ schließlich die Nase vorn.

Nachdem die Fahne des Bürgervereins unter Absingen von „Hurra Butjarland“ gehisst war, lobte Karlheinz Ranft: „Das habt ihr wieder ganz toll hinbekommen.“

Matthias Kaffka beschrieb den Baum als ein „wunderbares Symbol für Gemeinschaft.“ Carsten Seyfarth dankte dafür, dass sich auch diesmal wieder so viele so sehr für die Tradition engagiert hätten. Seit 80 Jahren feiert der Ellwürder Bürgerverein seinen Pfingstbaum, die Dorfgemeinschaft De Atenser stand dem kaum nach: Zum 66. Mal feierte sie.

Mit Pferdefreunden

Es begann am Sonnabend traditionell um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen oder Bratwurst. Eine Stunde später startete der Umzug, in den sich auch die TKN-Tennis-Frauen, die Klootschießer, die Sportschützen und die Pferdefreunde des Reiterhofs Schramm einreihten.

Die Ovelgönner Blaskapelle und der Seefelder Fanfaren- und Spielmannszug begleiteten ihn. Für einen Bonbonregen sorgten aus der Kutsche heraus das Pfingstkönigspaar Juliana Behrens und Daniel Minks und das Prinzenpaar Sophie Domnick und Corvin Tippe. Der von Pastor Christopher Iven angeführte Zug wurde vom THW abgesichert.

Eigentlich sollte der Atenser Baum erst um 18 Uhr aufgestellt werden, doch des „lausekalten Wetters“ wegen, so Pressewartin Ingeburg Hampel, hatte man ihn zügiger durch die Straßen geleitet.

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