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HOCKEY-WM: Bundestrainer frustriert über schwaches Abschneiden

06.10.2006

BERLIN DHB-Team spielt nun um Platz sieben. Schlechtestes Abschneiden seit 1990 droht.

BERLIN/DPA - Hockey-Bundestrainer Markus Weise hat mit einer Frustrede auf das schwache Abschneiden seiner deutschen Hockey-Frauen bei der Weltmeisterschaft in Madrid reagiert. „Diese Frustration ist neu, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir wieder am Nullpunkt angekommen sind“, klagte am Freitag der Coach nach der 0:1-Niederlage seiner Damen gegen die USA, die damit nur das Spiel um Platz sieben am Sonntag gegen England erreicht haben. Nun droht das schlechteste Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft seit 1990.

Denn sollte das Duell mit den Britinnen wie schon in der Vorrunde (0:1) verloren gehen, wäre das bisher schwächste WM-Resultat einer Damen-Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) mit Platz acht vor 16 Jahren eingestellt. Für Weise ist es ohnehin das Minus-Ergebnis: Er war mit den Damen bisher bei Top-Turnieren zumindest Fünfter gewesen.

Deutschlands Vorrunden-Gegner und Mitfavorit Niederlande zog derweil als erstes Team ins Endspiel ein. Im Halbfinale bezwang der Europameister den Titelverteidiger Argentinien 3:1. Am Freitagabend bestritten Australien und Gastgeber Spanien das zweite Semifinale. „Es ist der Kampf des Trainers gegen Windmühlen“, klagte Weise und redete über seine Mannschaft, als wäre er heilfroh, als designierter Nachfolger von Bernhard Peters nach dieser WM als neuer Herren-Coach das Weltmeister-Team betreuen zu dürfen. „Ich habe im Grunde genommen eine Anpasser-Mannschaft. Das Niveau geht runter, wenn der Gegner vermeintlich schwach ist, und rauf, wenn der Gegner als stark gilt.“ Sein Wunschtraum sei immer „eine dominante Mannschaft“ gewesen.

Das war sein Team in Madrid nicht. Dabei hatte sich der EM-Zweite mit noch neun Olympiasiegerinnen von 2004 im Kader nach dem verpassten Halbfinal-Ziel auch für die „Trostrunde“ viel vorgenommen. Doch gegen die athletischen Amerikanerinnen hakte es wie in den vorherigen WM-Partien vor allem im Spiel nach vorn. Drei Torchancen in der ersten Halbzeit durch Fanny Rinne (11.), Tina Bachmann (24.) und Natascha Keller (35.) machte Torfrau Amy Tran zunichte.

Weise nutzte die Halbzeitpause und forderte seine Akteurinnen auf, „dass sie mehr laufen sollen“. Doch als in der 37. Minute Tiffany Snow eine Unachtsamkeit in der deutschen Hintermannschaft ausgenutzt hatte, war es um das deutsche Team fast schon geschehen. Und wie bereits im gesamten Turnierverlauf zeigten sich große Schwächen im Angriff (4. Spiel ohne Torerfolg) und vor allem bei Strafecken: Vier „Kurze“ blieben diesmal ungenutzt, insgesamt wurde aus 25 Strafecken nur ein Tor erzielt. Weise ratlos: „Was willst du da erreichen?“sei.

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