BURHAVE - „Der Wettergott hatte mit den ’Spielzeugseglern’ insofern ein Nachsehen, indem er den Regen und den Sturm auf den letzten Regattatag am Sonntag verlegte, an dem nur noch 22 der ursprünglich 32 Kontrahenten an den Start gingen, da sie entweder kein Sturmrigg besaßen oder ihr Schiff so geschädigt war, dass es über Nacht nicht repariert werden konnte.“

Das berichtet der Nordenhamer Max Lehmann. Er hatte die dreitägigen Internationalen Deutschen Meisterschaften im IOM-Modellboot-Segeln in der „Nordseelagune“ in Burhave organisiert.

Das Salzwasser der Lagune habe auch zu den Schäden beigetragen. „Wer ein total abgedichtetes Boot hatte, war hier im Vorteil.“ So gab’s beim 20. und letzten Lauf am Sonntag nur noch 17 Starter, der Rest war wegen technischer Mängel ausgefallen.

Die weiteste Anreise mit 800 Kilometern habe ein Südschwabe gehabt, gefolgt von Niederländern und zwei Dänen.

Den harten Wetterbedingungen sei auch der ehemalige Deutsche Meister Michael Scharmer aus Kiel zum Opfer gefallen, der sich aber noch auf einen klaren dritten Platz retten konnte.

Deutscher Meister 2008 wurde Christian Westphal aus Flensburg, der eine gute gleichmäßige Serie mit 54 Gesamtpunkten erreichte – aber nur, weil er über Nacht das Sturmrigg eines am Vortag ausgefallenen Kontrahenten an sein Boot anpassen konnte.

Sören Andresen aus Dänemark kam mit den stürmischen Bedingungen am besten zurecht und sicherte sich am Sonntag im Endspurt mit 47 Gesamtpunkten den 1. Platz bei den Offenen Deutschen Meisterschaften.

Der jugendliche Nordenhamer Eike Franciskowski hatte von Beginn an so große Schwierigkeiten mit der Elektronik, dass er keinen Lauf vollenden konnte.

Ausrichter Max Lehmann aus Nordenham war mit seinen Aufgaben als Quartiermeister, Gastgeber, Pressesprecher und Verantwortlicher für Aufbau und Umbau so abgelenkt, dass für ihn nur ein 21. Platz herauskam. Darüber beklagt er sich aber nicht, denn von allen Seiten, auch im Internet, hörte er lobende Worte über das Revier und die Organisation der Regatta.

Max Lehmann hebt positiv die Mitwirkung des Butjadinger Yachtclubs hervor (dort gab es Frühstück und Abendessen, Wohnmobilstellplatz und Hallenschlafplatz).

Die Sieger ehrte in der Lagune Tourismus-Geschäftsführer Johannes Cassens. Max Lehmann: „Die Modellsegler sind überglücklich, ein solches Gelände nutzen zu dürfen, das krautfrei ist und aus allen Richtungen freien Windzugang hat.“

Die Zusammenarbeit mit der Touristikgesellschaft in der Person von Veranstaltungsleiterin Eva Reiners sei glänzend gelaufen. Gefreut hätten sich die Modellsegler auch über das Interesse der Öffentlichkeit – vor allem an den ersten beiden teilweise sonnigen Tagen.

Als Veranstalter merkt Max Lehmann aber auch dies an: „Entschuldigen möchte ich mich für die eine oder andere laute und barsche Äußerung von Seglern während der Regatta. Aber im Prinzip stehen die Sportler bei diesen Windbedingungen unter Stress wie Formel-1-Fahrer. Einige vergessen in dieser Situation, dass das ’nur’ ein Schachspiel auf dem Wasser ist.“