BURHAVE - Zwei Minuten vor dem Start versuchten sich die 14 Yachten der IOM-Klasse (International One Meter) bei Windstärke 4 bis 5 und sich leicht kräuselndes Wasser in Position zu bringen, ohne jedoch die Startlinie zu überfahren. 24-mal wiederholte sich dieses imposante Schauspiel am Wochenende in der Burhaver Nordseelagune. Dort trug der im Deutschen Seglerverband organisierte Verein Deutscher Modell-Yacht-Segler (VDMYS) eine zweitägige Ranglisten-Regatta aus.
Bei den ferngesteuerten Modellsegelbooten handelt es sich um Hightech-Sportgeräte, die mehrere Spezifikationen erfüllen müssen, um bei solch einer Regatta an den Start gehen zu dürfen. Der Rumpf des Schiffes darf nicht länger als ein Meter sein und das Gewicht vier Kilogramm nicht überschreiten. Zudem ist der Tiefgang des Bootes auf 42 Zentimeter begrenzt und es müssen drei fest definierte Riggs zur Yacht gehören.
14 Teilnehmer aus Schleswig Holstein, Niedersachsen, Bremen und den Niederlanden boten etlichen Zuschauern packenden Segelsport. Nach dem Startschuss versuchten die Skipper ihre Modellyachten mit der Fernsteuerung gegen den Wind ankreuzen zu lassen. Die kleinen Schiffe legten sich sehr schnell auf die Seite (Krängung) und holten das größte Tempo aus den 0,5 Quadratmeter großen Segeln heraus.
Schnell wurde deutlich, dass der Organisator der Ranglisten-Regatta, VDMYS-Jugendwart Max Lehmann aus Nordenham, zum engeren Favoritenkreis des zweitägigen Events gehörte. Sein größter Konkurrent kam mit Arjan van de Cingel aus den Niederlanden. Der Holländer betreibt sein Hobby auf den friesischen Seen rund um Lemmer und hat dort beste Trainingsmöglichkeiten.
Für das Modellyachtsegeln ist eine Menge Fingerspitzengefühl und ein guter Riecher für den Wind erforderlich. Arjan van de Cingel war jedenfalls von den Windverhältnissen und von dem „Regattasee“ sehr angetan. Er war bereits zum dritten Mal in Burhave zu Gast.
Die kleinen Rennyachten erreichten mit achterlichem Wind sehr schnelles Fußgängertempo, so dass die Skipper gut zu Fuß sein müssen, um ihnen zu folgen. Beeindruckend ist die „Schmetterlingsposition“, bei der per Fernsteuerung das Vorsegel nach Luv und das Großsegel nach Lee ausgerichtet wird um so die größte Angriffsfläche für den Wind erreichen.
Die bei der Ranglisten-Regatta in der Burhaver Nordseelagune ersegelten Punkte werden mit den aus anderen Wettbewerben des VDMYS addiert. Sie bilden damit die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.
Hatte Arjan van de Cingel nach dem ersten Regattatag geführt, so konnte Max Lehmann mit seinem Modellboot am zweiten Tag die schwächeren Windverhältnisse nutzen und vier von fünf Starts gewinnen. Mit 45 Punkten siegte er dann deutlich vor Arjan van de Cingel (57 Punkte) und vor Oliver Weiss (105 Punkte). Gewertet wurden 22 Starts, bei denen der Sieger jeweils einen Punkt erhielt.
