Friedrichsfehn/Ahlhorn - Frank Higgen beschleunigt seinen Bus auf 50 Stundenkilometer. Beide Hände liegen ruhig auf dem Lenkrad, mit sicheren Bewegungen fährt er gekonnt durch den Pylonen-Slalom.

Frank Higgen ist Busfahrer im Unternehmen Hilgen mit Sitz in Friedrichsfehn. Alle 28 Busfahrer und die beiden Busfahrerinnen der Firma nehmen zwei Tage lang an einem Fahrsicherheitstraining des Verkehrssicherheitszentrums Ammerland teil. Auf dem ehemaligen Fliegerhorst-Gelände in Ahlhorn ist genug Platz, damit die Busfahrer Vollbremsungen, Ausweichmanöver und Fahren bei Glätte üben können.

Harald Wlodarczyk vom Verkehrssicherheitszentrum Ammerland erklärt, wie so ein Training abläuft: „Morgens geht es los mit einem Theorieblock, in dem die Technik der Bremsen erläutert wird. Dann geht es mit den ersten Übungen los. Die Fahrer fahren Slalom, gehen bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und bei einer von 70 voll in die Eisen und üben, mit extrem nasser Fahrbahn umzugehen.“ Während den Übungen sind die Fahrer über Funk mit dem Bustrainer Sascha Niehoff verbunden. Er gibt ihnen Anweisungen und winkt sie nach den Fahrmanövern für eine Kritik zu sich. Frank Higgen hat alles richtig gemacht, es gibt kaum noch was zu korrigieren.

Zurück im Schulungsraum gibt es erst einen zweiten Theorieblock, dann Pause und Mittagessen. Anschließend geht es zurück auf den Übungsplatz. „Am Nachmittag üben wir das plötzliche Ausweichen. Dafür stellen wir Pylonen auf und zeigen dem Fahrer kurz vorher, ob er nach rechts oder links ausweichen soll“, erklärt Wlodarczyk. Die schlechte Sicht durch den Nebel passt also gut, schließlich komme es so auf den Straßen auch zu brenzligen Situationen. Mit Hilfe einer Gleitfläche und viel Wasser werden außerdem noch Schnee und Glatteis simuliert.

„Wichtig ist auch, dass alle einmal in einem Bus mitfahren, wenn der Fahrer plötzlich abbremst“, sagt Wolfgang Hilgen, Geschäftsleiter des Unternehmens Hilgen. Bei dieser Übung lernen die Mitarbeiter, dass sie, auch wenn eine Person im hinteren Teil des Busses steht, plötzlich abbremsen können. Die stehende Person wird sich auch bei einer Vollbremsung noch festhalten können, während die Passagiere sich bei einem Auffahrunfall nicht schützen können.

„Für die Fahrer ist das wie Kindergeburtstag für Männer und Frauen. Sie bilden sich fort und haben Spaß, an ihre Grenzen und die des Fahrzeugs zu gehen“, sagt Hilgen.