Cloppenburg - Fußball ist Tagesgeschäft, lautet eine der unzähligen Weisheiten des Volkssports Nummer eins. Wie wahr sie ist, haben die Zweitliga-Spielerinnen des BV Cloppenburg in den letzten zwei Wochen erlebt. Am Anfang des Monats nach dem 0:4 gegen Werder Bremen, zwei Verletzungen und einer roten Karte noch am Boden zerstört, war das Team von Trainerin Tanja Schulte sieben Tage später nach einem 2:0-Erfolg gegen Tabellenführer SV Meppen und der Niederlage des Herforder SV obenauf. Damit es nicht erneut zu einem großen Stimmungsumschwung kommt, haben sich die Cloppenburgerinnen akribisch auf das Spiel beim 1. FC Lübars (Sonntag, 11 Uhr) vorbereitet. „Wir haben Lübars genau studiert, damit wir uns perfekt auf das Team einstellen können“, sagt Schulte.

Dass sie sich auf ein Team vorbereiten müssen, dass bis zum Umfallen kämpft und dem Gegner während des Spiels kaum Verschnaufpausen gönnt, war den Cloppenburgern aber schon vor der letzten Spielbeobachtung klar. „Nur mit spielerischen Elementen wird man dort nicht gewinnen“, sagt Schulte. Schließlich ist der Berliner Stadtteilverein nach gutem Saisonbeginn mitten in den Abstiegskampf gerutscht. Zwar sieht die Lage der Hauptstädterinnen auf den ersten Blick gar nicht so ernst aus – sie haben 16 Zähler gesammelt und ein Vier-Punkte-Polster zwischen sich und der Abstiegszone –, aber der USV Jena II (12 Punkte) hat noch ein Nachholspiel, BW Hohen Neuendorf (12) sogar noch drei.

„Ich weiß wirklich nicht, warum Lübars so weit unten steht“, sagt die BVC-Trainerin. „Das Hinspiel haben wir nur 1:0 gewonnen und mussten sogar zittern. Die Berlinerinnen haben große Spielerinnen, die bei Standards gefährlich sind und schnelle Spitzen, die sie geschickt mit langen Bällen bedienen.“

Das konnte sie aber nicht davor bewahren, zuletzt ein ähnliches Wechselbad der Gefühle wie die Cloppenburgerinnen durchleben zu müssen. Nur in umgekehrter Reihenfolge: Auf einen 4:0-Erfolg gegen Schlusslicht FFC Oldesloe zu Beginn des Monats war am Sonntag eine bittere 0:1-Niederlage gegen den Vorletzten Holstein Kiel gefolgt.

Nun hofft der Verein, der mit Hertha BSC kooperiert, auf den nächsten Stimmungsumschwung, während Schulte Konstanz herbeisehnt. Ihr Team soll auf keinen Fall das einreißen, was es sich Sonntag aufgebaut hat. Schließlich ist zu erwarten, dass Herford zu Hause gegen Jena II gewinnt.

Dafür, dass der BVC seinen Vorsprung hält, soll die Mannschaft sorgen, die auch gegen Meppen begonnen hat. Zum einen hat „die zweite Reihe, allen voran Anna Klumpe“ laut Schulte „einen fantastischen Job gemacht“, zum anderen sind Gentjana Rochi (Rotsperre) und Nathalie Bock (Innenbandanriss) eh noch nicht wieder einsatzbereit. Und großen Einsatz werden die Cloppenburgerinnen zeigen müssen, um ein wenig Konstanz ins Tagesgeschäft Fußball bringen zu können . . .

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)