Vilhelmsborg/Lastrup - Mit Edelmetall im Gepäck kam Vielseitigkeitsreiter Calvin Böckmann von den Pony-Europameisterschaften im dänischen Vilhelmsborg zurück. Der 15-Jährige aus Lastrup hat mit seinem Erfolgspony Askaban B Gold mit der Mannschaft und Silber in der Einzelwertung gewonnen.
Sechs Jahre ist es her, dass ein deutsches Vielseitigkeitsteam mit einer Medaille von den Pony-EM zurückgekehrt ist. Im dänischen Vilhelmsborg haben die deutschen Reiter nun ganze Arbeit geleistet. Von der ersten der drei Teilprüfungen an lagen Calvin Böckmann (Lastrup) mit Askaban B, Anna-Lena Schaaf (Voerde) mit Pearl, Libussa Lübbeke (Wingst) mit Nadeem und Johanna Schulze Thier (Ascheberg) mit Mondeo souverän in Führung und ließen der Konkurrenz keine Chance. Mit 135,6 Minuspunkten gewannen sie Gold und verwiesen die Briten (153,7) sowie die Franzosen (161,9) auf die Plätze.
„Ich freue mich total, dass es mit der Mannschaft geklappt hat, wir waren ein tolles Team“, sagt Calvin Böckmann. Er hatte bereits 2015 bei der EM in Malmö Gold in der Einzelwertung gewonnen und startete auch in Vilhelmsborg auf Goldkurs. Mit 38,30 Punkten lieferte er das beste Ergebnis in der Dressur ab und absolvierte auch den Geländeparcours fehlerfrei und schnell. „Die Geländestrecke war anspruchsvoll, aber sehr fair gebaut. Man hat hier schon gesehen, welche Nationen etwas stärker sind“, lautet die Einschätzung des Nachwuchsreiters.
Im abschließenden Springen jedoch unterlief ihm ein Missgeschick: „Ich wollte es zu gut machen und habe mich zum zweiten Sprung einfach nicht entschieden, ob ich vor- oder zurückreiten soll. Das heißt, Askaban wusste gar nicht so richtig, was ich von ihm wollte und konnte am Ende gar nicht mehr abspringen“, erklärt der 15-Jährige. Nach der Verweigerung habe er schnell reagiert, den Parcours zügig und fehlerfrei beendet, so dass nur ein einziger Fehlerpunkt für die Überschreitung der erlaubten Zeit auf seinem Konto stand und es für Silber (43,3) reichte. Einzelgold ging an seine Mannschaftskollegin Anna Lena Schaaf (41,4), die bis zum Springen Zweite war. Auf dem Bronzerang landete der Belgier Jarno Verwimp mit 44,3 Minuspunkten.
„Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit Silber, aber war schon einen Moment von mir enttäuscht und habe mich geärgert, dass ich in dieser Situation nicht so gut geritten habe“, meint Calvin. Lob vom Bundestrainer der Pony-Vielseitigkeitsreiter, Fritz Lutter, gab es trotzdem: „Nach der Verweigerung hat Calvin gekämpft für zwei, um sich noch Silber zu holen.“ Lutter betonte außerdem: „Besonders auffällig war in diesem Jahr der große Teamgeist und die insgesamt sehr gute Stimmung im deutschen Lager.“
Calvin wurde in Vilhelmsborg von Mama Simone und seinem Bruder Jason unterstützt. Papa Roger und der ältere Bruder Liam konnten nicht mit zur Pony-EM fahren, da Liam an einem internationalen Vielseitigkeitsturnier in Holland teilgenommen hat. „Normalerweise fahren wir alle zusammen los. Jetzt mussten wir uns irgendwie aufteilen. Papa und Liam haben schon ein bisschen gefehlt. Papa dreht zum Beispiel sonst die Stollen in Askabans Hufeisen ein. Aber meine Mutter und mein Bruder haben mir sehr geholfen. Wir haben das alles gut hinbekommen.“
Nun sind Calvin, seine Familie und Pony Askaban wieder daheim in Lastrup, für sie steht Mitte September die nächste große Veranstaltung in der Pony-Vielseitigkeit an: Im hessischen Lauterbach messen sich die Nachwuchsreiter bis einschließlich 16 Jahre bei den Deutschen Jugendmeisterschaften.
