CALW/WILDESHAUSEN - Ein geöffneter Briefumschlag linderte die Enttäuschung. Ralf Kreye, Trainer der Faustballer des Ahlhorner SV, durfte nach dem Halbfinaleinzug seines Teams bei der Endrunde der Deutschen Hallen-Meisterschaft in Calw das Geschenk, das ihm seine Spieler zum 40. Geburtstag gemacht hatten, öffnen. Er bekam zwei Karten für das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen seinem Lieblingsfußballverein, dem Hamburger SV, und Werder Bremen. „Darüber habe ich mich riesig gefreut“, sagte er am Sonntag. „Es zeigt, dass das eine tolle Mannschaft ist.“ Die erhoffte Medaille brachten die Ahlhorner nicht aus der Nähe von Stuttgart mit. Sie verloren die Partie um den dritten Rang gegen den NLV Vaihingen mit 1:3 (11:7, 10:12, 3:11, 4:11). „Schade“, sagte Kreye. „Leider haben wir nicht so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten.“
Die Endrunde endete mit einer Überraschung. Der MTV Hammah setzte sich gegen den favorisierten TV Vaihingen/Enz mit 3:0 durch. Die Vaihinger hatten zuvor das Halbfinale gegen den Ahlhorner SV mit 3:0 gewonnen. „Der Titelverteidiger und Europapokalsieger war eine Nummer zu groß“, gab Kreye zu. Nachdem sein Team die ersten beiden Sätze mit 6:11 und 4:11 verloren hatte, war es im dritten Abschnitt drauf und dran, dem Konkurrenten den bis dahin ersten Satzverlust beizubringen. Von Anfang an lag der ASV mit zwei bis drei Punkten vorn. „Am Ende haben wir es aber nicht geschafft, den Sack zuzumachen“, sagte Kreye. So ging der Satz mit 12:14 verloren.
Etwa 45 Minuten später traf der ASV im Spiel um den dritten Platz auf den NLV Vaihingen, gegen den er bereits in der Vorrunde mit 1:3 verloren hatte. Zunächst sah es so aus, als sollte die Revanche gelingen. In der Offensive spielten Philip Meiners und Nils-Christoffer Carl stark auf. 11:7 siegte der ASV im ersten Satz, im zweiten lag er mit 9:6 vorn. Dann verlor das Team aber völlig den Faden. Es gab fünf Punkte in Folge und damit den Satz ab. „Das hat weh getan“, sagte Kreye. Davon erholte sich sein Team nicht mehr. Es ging mit 3:11 und 4:11 unter und musste die Bronzemedaille, die es im vergangenen Jahr noch gewonnen hatte, den Vaihingern überlassen.
Schon auf dem Weg in die Runde der letzten vier hatten es die Ahlhorner mächtig spannend gemacht. In ihrer ersten Partie gegen den TSV Essel, den sie in der Punktrunde zweimal besiegt hatten, standen sie dicht vor einer Niederlage. „Essel hatte nichts zu verlieren und wurde von vielen Fans lautstark angefeuert“, erzählte Kreye. „Die Spieler haben das Spiel ihres Lebens gemacht.“ So lag der TSV mit 11:7, 5:11, 11:5 vorn, als er sich im vierten Satz den ersten Matchball erspielte. Diesen und vier weitere wehrten die Ahlhorner ab und gewannen den Satz noch mit 15:14. Den 3:2-Erfolg machten sie mit einem 11:9 perfekt.
Da der TSV später gegen den NLV Vaihingen mit 1:3 unterlag, stand fest, dass die Ahlhorner das Halbfinale erreicht hatten. Im letzten Vorrundenspiel gegen den NLV, in dem Kreye einige Wechsel vornahm, verlor der ASV dann mit 1:3.
Trotz der verpassten Medaille zog Kreye ein positives Saisonfazit. „Die Mannschaft ist in der zurückliegenden Feldsaison fast abgestiegen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir in der Halle unter die besten vier Teams kommen und vorher Nordmeister werden“, sagte der Trainer, der das Team erst vor Beginn der Hallensaison übernommen hatte.
