Cloppenburg/Leipzig - Noch einmal gut gegangen: Frauenfußball-Zweitligist BV Cloppenburg geht mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause. Doch ein wenig Glück kurz vor den Festtagen war es schon, traf beim 3:2 (1:1)-Auswärtssieg beim FFV Leipzig Carole da Silva Costa quasi mit dem letzten Versuch in der Nachspielzeit zum Siegtreffer.
Drei Tore bringen drei Punkte des Dritten beim Drittletzten – so lautete die Formel in einem Spiel, das, so Trainerin Tanja Schulte, nie hätte so eng werden dürfen. „Haben wir schon in Meppen beim Tabellenzweiten in der ersten Halbzeit eine klare Führung ausgelassen und am Ende in der 88. Minute spät, aber hochverdient wenigstens ein 2:2 geholt, so wurde es diesmal noch enger.“
Dabei lief in Leipzig zunächst alles wunschgemäß. Gegen sehr kompakt verteidigende, auf Konter lauernde Gastgeberinnen, half das Mittel, über die Außenbahnen anzugreifen. Katarina Kolar vollendete diese Vorgabe sogar sehr geschickt und mit List. Denn als sie von Außen antrat, rechnete jeder mit einer Flanke oder einem Querpass, stattdessen haute sie den Ball kurzentschlossen neben den kurzen Pfosten in den Winkel zum 1:0 (22.).
Der Favorit blieb am Drücker, doch vor allem Torjägerin Agnieszka Winczo hatte trotz vieler Bemühungen kein Glück im Abschluss. Als in der 30. Minute Imke Wübbenhorst gefoult wurde, scheiterte Kolar mit dem fälligen Elfmeter au Torhüter Sandra Schumann. „Das musste das 2:0 sein. Da hätte nach etwas mehr als einer halben Stunde fast alles erledigt sein können“, sagte Schulte, die kurz vor der Pause erleben musste, wie Lysann Schneider einen Freistoß geschickt zum 1:1 ins BVC-Gehäuse jagte (41.).
Der BVC, dem der Ausfall von Eve Chandraratne (gesperrt) und Bryana McCarthy (Urlaub) doch schmerzte, schien der Ausgleich aber wenig auszumachen. Es wurde sofort wieder Druck entwickelte und durch Kolar mit dem 2:1 erneut die Führung erzielt (61). Aber das erlösende dritte Tore fiel nicht, was für Unruhe und in der 76. Minute für einen erneuten Rückschlag sorgte. Ein Ball wurde zu kurz gespielt, Marta Stobba wollte retten, erwischte Schneider, die zum 2:2-Ausgleich traf. Aber die Moral beim BVC ist intakt. In der Nachspielzeit köpfte da Silva Costa nach einer Ecke den Ball überlegt in den Winkel und rettete den hochverdienten Erfolg, mit dem der Abstand zum MSV Duisburg (6:1-Sieg in Herford) von fünften Punkten gewahrt bleibt.
BVC: Wylezek - Freese (56. Johanning), da Silva Costa, Stobba, Löwenberg, Angrick, Dalaf, Kolar, Josten (82. Meyer), Winczo, Wübbenhorst (72. Dimitrova).
