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NWZonline.de Sport

Zweiter Matchball für den BVB

27.11.2018

Dortmund (dpa) - Hans-Joachim Watzke wirkte kämpferisch wie vor einem Endspiel. Aus Sorge, dass die vermeintlich komfortable Ausgangsposition im Duell mit dem FC Brügge am Mittwoch zu Leichtsinn verleiten könnte, richtete der Vereinschef einen eindringlichen Appell an die Dortmunder Profis.

Wir müssen diese Partie angehen, als gäbe es kein Morgen mehr", forderte der Geschäftsführer voller Hoffnung auf den vorzeitigen Einzug des Revierclubs in das Achtelfinale der Champions League. "In dieser Saisonphase darfst du nicht ein oder zwei Prozent nachlassen.

Auch die jüngsten Schlagzeilen zum Urteil gegen Sergej W., der mit einem Sprengstoffanschlag am 11. April 2017 auf den Mannschaftsbus einen Kurssturz der BVB-Aktie herbeiführen und daran verdienen wollte, soll die Profis im Duell mit dem Tabellendritten der belgischen Liga nicht vom Erfolgskurs abbringen.

Mit Kommentaren zur Verurteilung des Attentäters am Tag vor der Partie wegen 28-fachen Mordversuches zu 14 Jahren Haft hielten sich alle Beteiligten zurück. "Wir widmen uns heute nur dem Spiel. Das Thema war intern seit langer Zeit aufgearbeitet", antwortete Mediendirektor Sascha Fligge auf Fragen zu einer Bewertung des Urteils.

Nachdem der erste Matchball vor drei Wochen bei Atlético Madrid (0:2) verspielt wurde, will die Borussia die zweite Chance nutzen. Angesichts der Tabellenführung in der Gruppe A vor dem punktgleichen Team aus Madrid (9.), vor Brügge (4) und Monaco (1) wäre das Ziel bereits mit einem Remis erreicht. Eine Zitterpartie zum Gruppenfinale im Fürstentum am 11. Dezember möchten sich alle Beteiligten ersparen. "Es wäre wichtig, dass wir am Mittwoch das Ding zumachen", sagte Kapitän Marco Reus.

Erinnerungen an das Hinspiel schärfen die Sinne. Nur mit viel Glück setzte sich der Bundesliga-Spitzenreiter Mitte September dank des späten Tores von Christian Pulisic (85.) mit 1:0 in Belgien durch. "Brügge ist ein unangenehmer Gegner. Wir hatten viele Probleme", bekannte Reus, verwies aber auf die Fortschritte des in der Bundesliga noch immer ungeschlagenen Spitzenreiters. "Wir sind ein, zwei Schritte weiter als damals."

Watzkes Sorgen, dass es der Mannschaft an der nötigen Einstellung mangeln könnte, erscheinen unbegründet. Schließlich gewann sie im bisherigen Saisonverlauf auch enge Spiele dank großer Leidenschaft wie zuletzt beim hart erkämpften 2:1 in Mainz. "Wir haben uns sehr, sehr viel vorgenommen. Es wird wieder kein leichtes Spiel werden", sagte Angreifer Mario Götze.

Zur Freude von Trainer Lucien Favre halten sich die Personalsorgen weiterhin in Grenzen. Bis auf Rekonvaleszent Marcel Schmelzer stehen alle Profis zur Verfügung. Kaum vorstellbar, dass der Schweizer Fußball-Lehrer angesichts der großen Bedeutung der Partie viel rotieren und einige Stars schonen wird. Ob Torjäger Paco Alcácer wieder einmal in der Startelf steht, ließ Trainer Lucien Favre offen: "Er hat in Barcelona zwei Jahre nicht viel gespielt. Deshalb ist normal, dass er seine Zeit braucht."

Für zusätzlichen Gesprächsstoff vor der Partie sorgte Shinji Kagawa. Aus Unmut über seinen Reservistenstatus deutete der vertraglich bis 2020 an den BVB gebundenen Mittelfeldspieler in japanischen Medien einen Wechselwunsch an. Dem Vernehmen liebäugelt der 29-Jährige mit einem Transfer nach Spanien. Auch der VfB Stuttgart wird als möglicher Interessent gehandelt.

BVB Sportdirektor Michael Zorc stellte in den "Ruhr Nachrichten" Gesprächsbereitschaft in Aussicht: "Er ist ein verdienter Spieler, und natürlich können wir verstehen, dass die Situation für ihn unbefriedigend ist. Wir werden sicherlich am Ende der Hinrunde darüber sprechen, wenn das gewünscht ist."

Die jüngste Bilanz des FC Brügge macht der Borussia Mut. In den vergangenen sieben Ligaspielen verbuchten die Belgier nur sechs Punkte. So ging die Generalprobe für die Partie in Dortmund am vergangenem Freitag mit 1:3 gegen Kellerkind Zulte-Waregem verloren.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Zagadou, Hakimi - Delaney, Witsel - Pulisic, Reus, Sancho - Alcácer

FC Brügge: Horvath - Poulain, Mitrovic, Mechele - Nakamba, Vormer - Clinton, Vanaken, Rits - Rezai, Wesley

Schiedsrichter: Mazeika (Litauen)

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