Ellerbrock/Metz - Clemens merkt man nichts an, triumphierende Gesten sind seine Sache nicht. Vielmehr liegt ein gelassener Ausdruck in seiner Natur. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass er das derzeit schönste Kaninchen seiner Art in Europa ist.

Das Lächeln überlässt Clemens seiner Züchterin Cordula Jansen. Die 50-Jährige aus Ellerbrock ist mehrfach ausgezeichnet von der Europaschau der Rassekaninchenzüchter im französischen Metz zurückgekehrt. Mit ihrer vorstellten Zuchtgruppe der Rasse Deutsche Widder (wildfarben) wurde sie Europameisterin. Für Rammler Clemens zeichneten sie die Preisrichter zudem als Champion aus. Mit vier Kaninchen räumte Cordula Jansen insgesamt fünf Preise ab.

Selbstbewusst war sie bereits nach Frankreich gefahren. „Man quält sich nicht das ganze Jahr, um nur dabei zu sein“, sagt Jansen. Beim Züchten investiert sie viel Zeit. Welche Tiere gemeinsam Nachkommen zeugen, die Wahl des richtigen Futters – jede Entscheidung beeinflusst das Aussehen des Nachwuchses. Bei Clemens hatte sie von Anfang an ein gutes Gefühl. Darum hatte sie ihm auch einen Namen gegeben. Unter Züchtern, die ihre Tiere nummerieren, ist das eher unüblich.

12 000 Kaninchen aus ganz Europa, davon 7000 aus Deutschland, wurden in Metz vorgeführt. Punkte gab es unter anderem für Fell, Kopfform und Pflegezustand der Tiere. Clemens, stolze 7,2 Kilogramm schwer, überzeugte, was für künftige Schauen aber nichts heißen muss, wie Jansen erklärt. „Jeder Punktrichter bewertet unterschiedlich.“

Der Rassekaninchenzuchtverein I20 Friesoythe war mit insgesamt vier Züchtern nach Frankreich gefahren. Neben der Siegerin erhielt ihr Ehemann Reinhold Jansen für seine blaugrauen Deutschen Widder die Medaille des Zentralverbands Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Ebenfalls dabei waren Stefan Robbers aus Bösel (Deutsche Kleinwidder) und Rena Rickermann (Zwergwidder) aus Lahn.

Als nächstes auf dem Programm der Friesoyther steht die Bundesschau in Kassel am 4. Adventswochenende.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)