CLOPPENBURG/BRAUNSCHWEIG - CLOPPENBURG/BRAUNSCHWEIG - Lisa Seeger aus Elsten hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Braunschweig ihr Ausnahmetalent bewiesen. Die für die SG Essen-Garthe-Molbergen startende 16-jährige Läuferin gewann den Titel bei den B-Juniorinnen über 800 Meter in 2:10,33 Minuten. Damit siegte sie mit fast einer Sekunde Vorsprung vor der Achtplatzierten der Jugend-Weltmeisterschaften, Sabrina Buchrucker (ASV Köln). Zugleich sicherte sich Seeger einen Platz im Bundeskader der Jugend/Junioren-Nationalmannschaft (DLV-C-Kader Lauf).
Schon im Vorlauf blitzte ihre gute Form auf. Mit neuer persönlicher Bestzeit (2:08,60 Minuten) zog sie ins Finale ein, das von der Taktik geprägt war. „Im Endlauf hat Lisa es etwas langsamer angehen lassen“, sagte Trainer Harald Prepens. Dennoch änderte Seeger die Marschroute des Vorlaufs kaum. Sie ergriff mit hohem Tempo die Initiative und führte das Feld geschlossen auf die Zielgerade. Die Attacken ihrer Gegnerinnen verpufften. Auf den letzten 50 Metern setzte sie sich deutlich ab.
Neben Lisa Seeger schaffte eine weiterer Athlet der SG Essen-Garthe-Molbergen den Sprung aufs Treppchen. Jan Hentel aus Garthe wurde Dritter im Hochsprung. Der B-Junior übersprang bei leichtem Regen 2,04 Meter und war damit höhengleich mit dem Zweiten, Daniel Gutmann (LAZ Mühlheim). Allerdings hatte Hentel mehr Fehlversuche auf seinem Konto. Coach Prepens war trotzdem zufrieden: „Unter diesen äußeren Bedingungen sind 2,04 Meter bei einer persönlichen Bestleistung von 2,05 Metern ein optimales Ergebnis.“
Der erste Sprung des Tages ging allerdings schief. Hentel riss seine Anfangshöhe von 1,90 Metern im ersten Versuch, übersprang sie aber im zweiten problemlos. Gleiches gelang ihm bei 1,95 Metern und 1,98 Metern. Nervenstark überquerte er die 2,01 Meter im ersten Versuch. Mehr Probleme hatte er bei 2,04 Metern. Erst im dritten Versuch blieb die Latte liegen. Zu mehr reichte es nicht: „2,07 Meter waren an diesem Tag zu viel“, sagte Prepens.
Im Gegensatz zu Seeger und Hentel lief es bei Vitali Müller (SG EGM) nicht optimal. Immerhin belegte der A-Jugendliche aus Molbergen über 2000 Meter Hindernis in 5:55,12 Minuten noch Platz fünf. Der Führende der Deutschen Bestenliste zollte damit dem verletzungsbedingt verminderten Trainingsumfang der vergangenen Wochen Tribut. Gleichwohl hatte er in den ersten Runden des Rennens wie geplant die Initiative übernommen und das Feld gleich mehrfach angeführt. Im Schlussspurt konnte er die Angriffe der Konkurrenz aber nicht mehr erfolgreich abwehren. Er kam mit sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger Marc Pähler (LG Dortmund) ins Ziel. Prepens freute sich dennoch: „Die Zeit liegt im Bereich seiner diesjährigen Bestleistung und ist unter diesen Bedingungen ein hervorragendes Ergebnis.“ Überdies erzielte Müller einen Achtungserfolg: Über 3000 Meter wurde er 18. in 8:52,62 Minuten.
Platz 14 erreichte unterdessen Marina Kortenbrock (SG EGM) im Hochsprung der B-Juniorinnen. Die noch der Schülerinnen-Klasse W 15 angehörende Essenerin scheiterte bei böigem Wind zwar bereits an 1,64 Metern, kann aber noch zwei Jahre in dieser Altersklasse starten. Sie habe den Wettkampf daher vor allem als Test gesehen, sagte Prepens. Bei den Deutschen Schülermeisterschaften im Blockwettkampf in Rehde am kommenden Wochenende werden die Karten aber neu gemischt: Als Führende der DLV-Bestenliste im Block Sprint-Sprung zählt sie dort zum Kreis der Favoritinnen.
Die B-Jugendlichen Malte Lehmann (SG EGM) und Fabian Kühling (BV Garrel) kamen nicht über die Vorrunde hinaus. Lehmann kratzte über 110 Meter Hürden in 15,35 Minuten immerhin an seiner eigenen Bestmarke (15,05 Sekunden). Und auch Kühling blieb über die 1500-Meter-Distanz in 4:13,13 Minuten nur knapp unter seiner Bestleistung (4:11 Minuten). Mit dem Kampf um die Endlaufplätze hatte er aber nichts zu tun.
