CLOPPENBURG - Den 23. Mai 1992 wird Jörg-Uwe Klütz in seinem Leben wohl nie vergessen. Denn an diesem Tag gelang dem heute 43-jährigen Trainer des Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg etwas Sensationelles und zugleich bislang Einzigartiges. Im Berliner Olympia-Stadion holte „Klützer“ im Dress des damaligen Zweitligisten Hannover 96 den DFB-Pokal.
Gegen den haushohen Favoriten aus der Bundesliga, Borussia Mönchengladbach, setzten die Leinestädter sich nach Elfmeterschießen mit 4:3 durch. Kein anderer Club aus dem Unterhaus schaffte bislang das gleiche Kunststück. „Wir waren damals eine richtige Truppe. Mit Michael Lorkowski hatten wir zudem einen echten Typen als Trainer“, nennt Klütz Gründe für den Coup. Am vergangenen Mittwoch feierte der BVC-Coach mit vielen Pokalhelden und dem damaligen 96-Präsidenten Fritz Willig in der Traditionsgaststätte „Nordkurve“ das Jubiläum.
Ex-Torjäger Milos Djelmas war sogar eigens aus Belgrad eingeflogen. Selbstverständlich wurde auch der „Pott“ aus der Clubvitrine geholt. In der Pokalsaison zählte Klütz zu den Säulen des 96-Teams. In der gesamten Saison ließ er keine Minute aus und warf vor dem Finale mit Bochum, Dortmund, Karlsruhe und Bremen vier weitere Erstligisten aus dem Wettbewerb.
Dabei schien in der dritten Runde allerdings schon Endstation zu sein. Bei der Heimmacht Borussia Dortmund lag Hannover 96 zur Pause schon mit 0:2 hinten. Am Ende feierte Hannover jedoch einen 3:2-Erfolg. „Ich habe das 3:2 gemacht“, ist Klütz noch heute stolz auf „das wichtigste Tor seiner Karriere“.
Im Finale setzte Klütz dann gemeinsam mit Axel Sundermann Gladbachs Topstürmer Stephane Chapuisat und Flemming Povlsen matt. Bis heute verfolgt Klütz die 96-Geschicke mit Interesse. „Da hat sich vieles getan. Präsident Martin Kind, den ich mit Uli Hoeneß vergleiche, hat Hannover zu einer echten Marke gemacht. Ich traue 96 zu, dass sie sich dauerhaft vorne in der Bundesliga und auch im Europapokal etablieren können.“
