CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die Kündigung der Spielerinnen Lena Lamping, Maike Högemann und Mareike Berk, ein desolater Leistungseinbruch im jüngsten Heimspiel gegen Wismar (27:28) und ein Rückgang der Zuschauerzahlen: Die Euphorie bei den Zweitliga-Handballerinnen des TV Cloppenburg ist nach dem Aufstieg mittlerweile endgültig verraucht. Seit vier Spielen wartet das Team des Trainer-Duos Robert Kalucki und Frank von Häfen auf einen Sieg. Die Folge: Tabellenplatz sieben mit Tendenz nach unten – zumindestens wenn der TVC heute Abend im Auswärtsspiel beim SC Greven (Anwurf: 19.30 Uhr) nichts Zählbares, sprich mindestens einen Punkt, mit zurück an die Soeste bringt.
„Der triste Bundesliga-Alltag hat uns schon lange eingeholt“, stellt Kalucki ernüchternd fest. Noch immer steckt der Stachel der Heimpleite gegen Wismar tief, und noch immer rätseln die Verantwortlichen über den Grund, warum die Cloppenburgerinnen die scheinbar sichere 18:9-Führung verspielten.
Die Krise wird derweil unkonventionell bekämpft: mit Schweigen. „Wir wollten bei der Analyse der Niederlage nicht zu sehr ins Detail gehen, um das Team nicht niederzumachen. Das bringt nichts“, sagt Kalucki. „Wir müssen das Spiel schnell vergessen und uns auf andere Aufgaben konzentrieren.“ Der Coach geht derweil mit der Niederlage auch selbstkritisch um, denn nicht zuletzt die Auswechselungen in der zweiten Halbzeit haben den TVC-Spielfluss entscheidend gebremst. „Auch das hat dazu beigetragen“, gibt Kalucki zu. Dennoch nimmt er vor der Partie in Greven die Mannschaft in die Pflicht, über 60 Minuten konstant gute Leistung zu zeigen. Ansonsten drohe ein erneuter Einbruch.
Im Hinspiel trotzte Cloppenburg den Gastgeberinnen ein 19:19 ab. „Greven glänzt vor allem durch das Zusammenspiel von der Rückraum-Mitte mit dem Kreis. Darüber laufen die Hauptangriffe“, erinnert sich Kalucki. Daher gelte es, diesem einen Riegel vorzuschieben. Außerdem müsse man Sandra Rother ausschalten, die dem TVC im vergangenen September gleich acht Tore von der linken Rückraumseite aus einschenkte.
Personell schenkt das Trainergespann der Formation aus dem Wismar-Spiel das Vertrauen. Den Kader auffüllen wird erneut Claudia Lützenrath aus der zweiten Mannschaft. Verstärkung wird es nach dem Abgang von Lamping, Högemann und Berk derweil nicht geben. „Wir werden zu 95 Prozent keine neuen Spielerinnen verpflichten“, konnte Kalucki einen Transfer aber nicht gänzlich ausschließen.
