Cloppenburg - Im Fußball ist es manchmal wie in der Natur. Viele Tiere müssen sich vor Beginn der harten Jahreszeit Nahrungsvorräte anlegen oder sich Winterspeck anfressen. Für die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg gilt dasselbe Prinzip. Nur das für sie die harte Jahreszeit nicht der Winter, sondern der Saisonendspurt ist. In dem treffen sie schließlich auf die Topteams Arminia Bielefeld (5.), Turbine Potsdam II (2.) und Borussia Mönchengladbach (1.). Und sie müssen vorher nicht Nahrung, sondern Punkte sammeln. Schließlich geht es im Kampf um den sechsten Tabellenplatz, den letzten Rang mit direkter Qualifikation für die neue eingleisige zweite Liga, eng zu. „Wir müssen die nächsten zwei Spiele gewinnen, egal wie“, sagt Tanja Schulte vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (11 Uhr) gegen BW Hohen Neuendorf und der Partie bei Jahn Delmenhorst am darauffolgenden Sonntag (14 Uhr).
Schließlich wissen Schulte und ihre Trainerpartnerin Imke Wübbenhorst genau, dass der Kampf um Punkte im Endspurt schwer wird, hatte ihr Team doch in der Hinrunde sowohl gegen die Turbine-Reserve als auch gegen Gladbach verloren. Nur gegen Bielefeld gab es drei Punkte.
Und die Situation im Kampf um Platz sechs hat sich am Mittwoch noch einmal zugespitzt. Konnte doch der USV Jena II überraschend zu Hause Tabellenführer Borussia Mönchengladbach bezwingen (3:1). Damit sind die auf Relegationsrang sieben liegenden Thüringerinnen bei einem weniger absolvierten Spiel bis auf zwei Punkte am sechstplatzierten BVC dran. Der FSV Gütersloh, der drei Punkte Rückstand auf die Cloppenburgerinnen hat, rutschte auf Rang acht ab. „Sollte Jena I aus der Bundesliga absteigen, wäre Jena II so oder so Absteiger“, sagt Schulte. „Aber darauf können wir uns nicht verlassen.“
Verlassen können sich die Cloppenburgerinnen dagegen darauf, dass der nächste Gegner BW Hohen Neuendorf in der nächsten Saison nicht in Liga zwei zu finden sein wird. Das Schlusslicht der Tabelle aus Brandenburg hat rein rechnerisch keine Chance mehr, dem Abstieg zu entgehen, was nicht unbedingt ein Vorteil für den BVC sein muss.„Hohen Neuendorf kann befreit aufspielen. Gegen Gladbach ist es dem Team gut gelungen. Bis zur 75. Minute führte es 1:0, und der 2:1-Siegtreffer für die Borussia ist erst in der Nachspielzeit durch ein Eigentor gefallen“, berichtet Schulte. „Allerdings hat sich die Mannschaft in Meppen ganz anders präsentiert. Da gab es eine 0:10-Niederlage. Mal sehen, welches dieser zwei Gesichter Hohen Neuendorf bei uns zeigt.“
Zumindest würde es dem BVC entgegenkommen, wenn die Elf um Erika Szuh (früher 1. FC Lübars) sich nicht einigeln würde. „Auf Ergebnis müssen sie ja nicht mehr spielen“, sagt Schulte.
Für die Gastgeberinnen zählt dagegen nur das Ergebnis. „Klar wäre es toll, wenn wir auch schön spielen würden“, sagt Schulte. „Aber in erster Linie brauchen wir Punkte.“ Da ist schon einmal beruhigend, dass am Sonntag wohl der komplette Kader zur Verfügung stehen wird. Athanasia Moraitou (Griechenland) und Agnieszka Winczo (Polen) sind gesund von ihren Nationalmannschaftsreisen zurückgekehrt. Und sie werden gebraucht. Beim Sammeln für die harte Zeit müssen alle mit anpacken . . .
