CLOPPENBURG - Die Arena Oldenburger Münsterland wird gut gefüllt sein, der Gegner steht in der Tabelle jenseits von Gut und Böse und geht geschwächt in die Partie, der eigene Kader ist komplett und die Mannschaft hoch motiviert: In Cloppenburg ist alles für ein Osterfest mit Punkten angerichtet. Allerdings weiß Tanja Schulte, Trainerin der Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg, dass Erfolg nur bedingt planbar ist. Und so warnt sie vor dem Heimspiel gegen den FSV Gütersloh am Ostermontag (14 Uhr): „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass der FSV nachlässig agiert, weil es für ihn um nichts mehr geht. Das Team wird Vollgas geben.“
Umso wichtiger werden die Zuschauer für den Drittletzten der Zweitliga-Tabelle sein: „Wir haben im Vorfeld viele Vereine angeschrieben und Freikarten verteilt“, erzählt Schulte. „Das letzte Heimspiel der Saison soll vor großer Kulisse stattfinden.“ Und die soll einen hoch motivierten BVC zu sehen bekommen: „Die Spielerinnen fiebern dem Spiel entgegen. Man merkt, dass die Entscheidung naht“, sagt Schulte, die keine Ausfälle zu beklagen hat. Dagmara Grad ist wieder fit, und Kim Schlösser wird wohl auflaufen können, obwohl sie im Training umgeknickt ist.
Auflaufen werden wohl auch die talentierten Gütersloherinnen Lina Magull und Annabel Jäger – allerdings etliche Kilometer nördlich von Cloppenburg. Die beiden Leistungsträgerinnen spielen in Dänemark für Deutschlands U-17-Nationalelf um die Qualifikation zur Europameisterschaft.
Interessanter für die Cloppenburgerinnen ist allerdings eine Partie, die mehrere Hundert Kilometer östlich von Cloppenburg stattfindet. In der deutschen Hauptstadt trifft zeitgleich Tabellenschlusslicht Tennis Borussia Berlin auf den Viertletzten, den Magdeburger FFC. Sollte der BVC gewinnen und TeBe gleichzeitig Magdeburg schlagen, wäre Cloppenburg vor dem letzten Spieltag punktgleich mit dem FFC – der den ersten Nichtabstiegsplatz belegt. Ein Sieg der Berlinerinnen könnte aber auch zum Problem für die Schulte-Elf werden. Und zwar, wenn sie selbst nicht gewinnen sollte. Schließlich hat TeBe nur einen Punkt weniger als die Cloppenburgerinnen, die in diesem Fall vom Relegationsplatz rutschen würden.
„Wie das Spiel ausgeht, liegt ja sowieso nicht in unserer Hand“, sagt Schulte. „Wir können nur versuchen, in den letzten zwei Spielen noch sechs Punkte zu holen. In dem Fall könnte uns zumindest keiner mehr den Relegationsplatz wegschnappen.“
Helfen soll dabei Daniela Diers, die sich ihren Platz im Cloppenburger Team zurückerkämpft hat. „Sie ist prädestiniert für den Abstiegskampf“, sagt Schulte. „Sie hat eine ungemeine Präsenz auf dem Platz und ist kopfball- und zweikampfstark.“ Und diese Eigenschaften kann das Team, für das es in den vergangenen Jahren nur bergauf ging, zurzeit besonders gut gebrauchen.
