CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die sportliche Talfahrt des Handball-Zweitligisten TV Cloppenburg nimmt zurzeit offenbar kein Ende und hat einen neuen – vorläufigen – Tiefpunkt erreicht. Durch eine vollkommen überflüssige und fahrlässig herbei geführte 22:23- Heimniederlage gegen den Regionalligisten SG Rosengarten schied das Team der Trainer Frank von Häfen und Robert Kalucki überraschend aus dem DHB-Pokal aus. Damit wurde die große Chance, erstmals in das Achtelfinale einzuziehen und dort eine attraktiven Gegner zugelost zu bekommen, vertan.
„Ich habe meine Glückwünsche an Rosengarten direkt nach dem Spiel übermittelt. Uns gratuliert derzeit keiner, das kann man aber mit solch einer Leistung auch nicht erwarten“, sagte von Häfen. Zu keinem Zeitpunkt wirkten die Aktionen seines Teams sicher. Wurden in der Abwehr Bälle erkämpft, brachten sich die Cloppenburgerinnen in der Vorwärtsbewegung um die Früchte ihrer Arbeit.
Während von Häfen selbst nach dem Spiel ratlos wirkte, machte Kalucki das Ausscheiden an zwei Gründen fest. Zum einen sei die Mannschaft nicht locker genug gewesen. Und zum anderen habe sie 28 Fehlwürfe produziert. „Das ist zu viel und zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, stellte Kalucki einmal mehr fest.
Damit hatte er Recht, denn die Niederlage gegen den solide, aber keinesfalls überragend spielenden Regionalligisten aus der Nähe von Hamburg hat sich das Cloppenburger Ensemble ganz allein zuzuschreiben. Bis in die letzten Winkel der ehrwürdigen TVC-Halle waren die übergroße Nervosität und Unsicherheit in den Aktionen der Heimmannschaft von Anpfiff an zu spüren. Selbst eine 3:0-Führung (10.) führte nicht die nötige Ruhe im Spiel der Gastgeberinnen herbei. Eine kurze Deckung gegen Monika Puczek-Iwanicka brachte die TVC-Angriffsbemühungen ins Stocken, und Rosengarten übernahm mehr und mehr das Kommando. „Wir waren auf so etwas eingestellt. Aber die Mannschaft hat lediglich zweimal das gespielt, was wir vorgegeben hatten“, kritisierte Kalucki.
Beim 10:10 (26.) tat sich für den TVC die große Chance auf, bis zur Halbzeit noch davon zu ziehen, doch eine Überzahl (6:4) wurde kläglich vergeben, so dass es nach 30 Minuten 11:11 stand. Dabei konnte sich das Heimteam noch kräftig bei der starken Inken Sommer im Tor bedanken, die über 60 Minuten als einzige Cloppenburgerin eine Klasse-Leistung zeigte.
Nach dem Seitenwechsel schienen die Cloppenburgerinnen zunächst besser ins Match zu finden. Doch beim 15:13 (42.) war es mit der Agilität wieder vorbei, und es regierte erneut die Unsicherheit. Ein Grund dafür war der verletzungsbedingte Ausfall von TVC-Rechtsaußen Julia Behrens, die mit einem verdrehten Knie fortan zuschauen musste. Hinzu kam, dass der TVC im eigenen linken Rückraum über 60 Minuten nicht die Idealbesetzung fand, um mehr Druck auf die Gästeabwehr auszuüben. Rosengarten nutzte seine Möglichkeiten indes konsequenter und ging in der 51. Minute mit 20:17 in Front. Der TVC war schon am Boden, wurde aber nun durch die Gäste, die plötzlich den Faden verloren, wieder ins Spiel gebracht. Nur vier Minuten später führten die Gastgeberinnen nämlich mit 21:20. Doch anstatt dem Gegner mit Ruhe und Entschlossenheit den Knockout zu verpassen, produzierten die Cloppenburgerinnen haarsträubende Fehler im Angriff, die Rosengarten mit dem 23:21 40 Sekunden vor dem Abpfiff bestrafte. Nach
dem Schlusspfiff herrschte nur noch blankes Entsetzen in der Halle.
„Die Niederlage ist eine logische Folge unseres Spiels, das mit Bundesliganiveau derzeit nicht viel zu tun hat. Permanent mussten wir von der Bank auf die Mannschaft einwirken. Die einzige Spielerin, die ein Lob verdient hat, ist Inken Sommer. Das allein reicht aber nicht“, sagte von Häfen. Die Frage, was sich beim TVC ändern muss, ließ er jedoch unbeantwortet.
