CLOPPENBURG - Cloppenburgs Teamsenior Klütz ist Kandidat bei der Wahl zum niedersächsischen Fußballer des Jahres. Trotz des glücklichen Sieges gegen Bergedorf reist Cloppenburg als Favorit an.
Von Bodo Tarow
CLOPPENBURG - Das Fundament für eine erfolgreiche Aufholjagd haben die Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg in der Vorwoche gelegt. Dass das 2:1 gegen Bergedorf zwischenzeitlich auf wackligen Beinen stand, interessiert niemanden mehr. Am Sonntag (15 Uhr, Borgweg-Stadion) kann der Tabellenzweite beim Vorletzten VfL 93 Hamburg also befreit auflaufen, um den nächsten Baustein zur angestrebten Serie zu brennen. Zumal die Konkurrenten im Titelkampf vor vermeintlich höheren Auswärtshürden stehen.„Das Bergedorf-Spiel hat uns einen richtigen Schub gegeben. Wir fahren optimistisch nach Hamburg“, hat BVC-Abwehrchef Jörg-Uwe Klütz den nächsten Sieg fest eingeplant. Ohnehin ist der 38-Jährige derzeit in aller Munde, zählt er doch zu den zehn Kandidaten bei der Wahl des niedersächsischen Fußballer des Jahres. „Es ist eine Ehre für mich, neben Spielern wie Robert Enke und Mike Hanke auf der Liste zu stehen. Es wird aber wohl schwer werden zu gewinnen“, freut sich der DFB-Pokalsieger von 1992. Noch bis zum 15. April können niedersächsische Sportjournalisten abstimmen.
Auf dem Fußballplatz hat Klütz, den viele Mitspieler wegen seines Alters einfach nur „Papa“ rufen, bis zum Sommer noch ein großes Ziel. „Ich möchte aufsteigen. Dafür werde ich alles geben. Das wäre ein toller Abschluss“, gibt er im gleichen Atemzug sein Karriereende bekannt. „Im Mai erwartet meine Frau Karin unser zweites Kind. Ab Juni werde ich mich mindestens ein halbes Jahr nur der Familie widmen und dabei meinen Akku aufladen“, schließt er vorerst ein anderweitiges Engagement aus.
Derweil ist beim BVC personell alles im Lot. Trainer Jörg Goslar hat mit dem portugiesischen Neuzugang Chevela noch ein weiteres Ass im Ärmel. Die Freigabe der zypriotischen Föderation liegt jetzt vor. Ob der Offensivspieler, auf den Klütz große Stücke hält („Der hat echt was drauf“), allerdings in der Startelf steht, darf bezweifelt werden. Nicht auszuschließen ist, dass der BVC wie gegen Bergedorf beginnt.
Ebenso wie der BVC steht auch der Gegner aus Hamburg unter Zugzwang. Vor zwei Wochen setzte die Mannschaft von Trainer Peter Nogly das Heimspiel gegen Mitaufsteiger Henstedt-Rhen unter BVC-Beobachtung sang- und klanglos mit 2:4 in den Sand. Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt sanken damit dramatisch. BVC-Torjäger Alket Zeqo geht aber nicht von einem Selbstgänger aus. „Das wird ein Kampfspiel. An Schönspielerei ist nicht zu denken.“ Im Hinspiel setzten sich die Cloppenburger nach zähem ersten Durchgang sicher mit 2:0 durch. Vielleicht kann der BVC diesen Erfolg wiederholen. Nach den Worten von VfL-Geschäftsführer Gerd Lenzen ist der Anpfiff jedenfalls „nicht gefährdet“.
