CLOPPENBURG - Eigentlich hätte man bei Werder ja schon früher darauf kommen können. Die Konkurrenz weiß es doch auch schon längst: Fußball-Spiele in Cloppenburg geben mächtig Auftrieb. Zumindest sind die beiden Bundesliga-Vereine, die zuletzt in Cloppenburg Station gemacht haben, anschließend so erfolgreich wie lange nicht gewesen. Borussia Dortmund hatte am 1. September 2010 den BV Cloppenburg in einem Freundschaftsspiel 3:0 besiegt – und war danach völlig überraschend bis zum Meister-Titel durchmarschiert. Der 1. FC Nürnberg war am 9. September 2006 in der 1. DFB-Pokal-Runde beim BVC angetreten, hatte diesen mit 1:0 bezwungen und sich dann nicht minder überraschend bis zum Pokalsieg durchgekämpft. Nun will auch Werder von der guten Cloppenburger Herbstluft profitieren. Am kommenden Donnerstag spielen die Grün-Weißen im Stadion an der Friesoyther Straße gegen den VfL Osnabrück (19 Uhr).
Möglich macht das Testspiel gegen den Drittligisten die Länderspielpause der Bundesliga. Da die deutsche Nationalelf am 7. Oktober in der EM-Qualifikation, die sie längst geschafft hat, in der Türkei antritt, mussten sich die Bundesligisten etwas einfallen lassen. Schließlich gilt es, nicht aus dem Rhythmus zu kommen.
Außerdem ist das eine günstige Gelegenheit, „Fan-Pflege“ zu betreiben. Schließlich war Werder schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in Cloppenburg. Und Anhänger der Grün-Weißen gibt es im Oldenburger Münsterland bekanntlich reichlich. Das hatte sich zuletzt 2009 beim OM-Cup in Thüle gezeigt, als Frank Baumann nach seiner letzten Saison im Werder-Trikot als Stargast den gerade gewonnenen DFB-Pokal mitgebracht hatte. Der ehemalige Werder-Kapitän, der auf Einladung des Fördervereins Werder-Eck Lohne vorbeigekommen war, konnte sich vor Autogrammwünschen kaum retten.
Und dass Bundesliga-Mannschaften in Cloppenburg generell viele Zuschauer anlocken, hat sich auch längst gezeigt. Das Gastspiel der Nürnberger hatten 5000 Zuschauer mitverfolgt, die Dortmunder hatten immerhin noch 3127 Fans aus dem ganzen Kreis und den Nachbarkreisen angelockt. Und auch am Donnerstag dürfte es voll werden, hat Werder doch angekündigt, alle nicht für Nationalmannschaften abgestellte Spieler mitzubringen. Außerdem haben es die Osnabrücker Fans, deren Team zurzeit Vierter der dritten Liga ist, bekanntlich auch nicht besonders weit bis nach Cloppenburg.
Organisiert wird das Spiel von einem Hamburger Spielevermarkter. Der hat das Stadion angemietet. Wie teuer die Eintrittskarten sein werden und wann sie zu kaufen sind, steht allerdings noch nicht fest.
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