Cloppenburg - Der Fußball-Bundesligist Werder Bremen gastierte in den vergangenen Jahrzehnten einige Male zu Freundschaftsspielen im Oldenburger Münsterland. Die NWZ blickt zurück auf denkwürdige Duelle zwischen Clubs aus der Region und den Werder-Profis.
Bergfeld wirbelt
Das Gastspiel der Bremer im Juni 1971 war der Höhepunkt schlechthin für den FC Lastrup, der damals in der Bezirksliga spielte. Angetrieben von rund 2000 Zuschauern legten die Lastruper ein Spiel hin, von dem die Menschen im Ort noch heute sprechen. Zwei Minuten waren gespielt, als Bremens Keeper Günter Bernard, immerhin Vize-Weltmeister von 1966 und Deutscher Meister von 1965, das erste Mal hinter sich greifen musste. Der bärenstarke Werner Bergfeld hatte sich durchgesetzt, und Sekunden später traf sein Mitspieler Herbert Tolksdorf zur Führung.
Die favorisierten Bremer, die unter anderen mit Topleuten wie Horst-Dieter Höttges und dem dänischen Nationalspieler Ole Björnmose angetreten waren, staunten nicht schlecht über die Stärke des FC Lastrup. Zudem taten sie sich schwer, die Abwehr der Hausherren um Torhüter Lückmann zu knacken. Doch in der siebten Minute hieß es 1:1, als Thelen per Freistoß getroffen hatte. Aber wer jetzt gedacht hatte, dass die Bremer ihre Tormaschinerie anwerfen würden, der sah sich getäuscht. Kurz vor der Pause bebte der Sportplatz ein zweites Mal, als Bergfeld erneut die Führung für Lastrup gelang.
Die Werderaner brauchten lange, um sich von dem erneuten Nackenschlag zu erholen. Erst in der 64. Minute gelang ihnen durch ein Kopfballtor von Hasebrink das 2:2. In der Folgezeit ließen beim FC Lastrup die Kräfte nach. So dass die Bremer sich einen 5:2-Erfolg herausschossen. Der Lastruper Wirbelwind Werner Bergfeld hatte bei den Bremern einen so großen Eindruck hinterlassen, dass er eine Einladung zum Probetraining erhielt.
Ausnahmezustand
Am 10. Juli 1993 platzte die Sportanlage des FC Varnhorn sprichwörtlich aus allen Nähten. 4500 Zuschauer sahen einen 11:0-Kantersieg der Bremer gegen ein Auswahlteam. Die Bremer, die als amtierender Deutscher Meister vorstellig wurden, reisten fast mit ihrem kompletten Kader an. Es fehlten der Norweger Rune Bratseth, Mirko Votava und Uwe Harttgen. Cheftrainer Otto Rehhagel war ebenfalls nicht vor Ort. Er weilte auf dem Geburtstag seiner Schwester. Das Coaching übernahm Thomas Schaaf. Die Tore für Werder erzielten Uli Borowka, Wynton Rufer (2), Andreas Herzog (4), Thorsten Legat (2), Dietmar Beiersdorfer und Manfred Bockenfeld.
SVW glänzt im Schnee
Es war der 3. Februar 1996, als Werder Bremen bei GW Mühlen Station machte. Auf schneebedecktem Boden agierte Werder keineswegs mit einer angezogenen Handbremse. Im Gegenteil. Die Bremer waren vor 2000 Zuschauern im Vollgas-Modus unterwegs.
Dementsprechend füllte sich auch das Torkonto des haushohen Favoriten. „Super-Mario“ Basler brachte Bremen in Führung. Vor der Halbzeitpause legten Bernd Hobsch (2), Bruno Labbadia und Marco Bode nach. Nach dem Seitenwechsel stillten die Bremer ihren Torhunger weiter. Labbadia, Basler, erneut Labbadia sowie Lars Unger und der Russe Wladimir Bestchastnych sorgten am Ende für den 10:0-Kantersieg.
BVC bietet Paroli
Im August 1996 gastierten die Bremer beim BV Cloppenburg im Stadion an der Friesoyther Straße. Dabei boten die Cloppenburger, seinerzeit in der Oberliga am Start, dem Bundesligisten in der ersten Halbzeit ordentlich Paroli. Nach zwei Minuten hatte Torsten Bünger einen Handelfmeter zur BVC-Führung verwandelt.
Doch fast im Gegenzug war Bremens Torjäger Bernd Hobsch das 1:1 geglückt. In der 26. Minute führte wiederum der Außenseiter. Diesmal hatte Büngers bester Kumpel, der Stürmer Olaf Blancke, „genetzt“.
Doch im weiteren Spielverlauf drehten die Bremer das Spiel noch. Am Ende setzten sich die von Hans-Jürgen Dörner (100 A-Länderspiele für die DDR) trainierten Bremer vor 3000 Zuschauern mit 7:3 durch.
