CLOPPENBURG - Die Gäste werden von Verletzungssorgen geplagt. Cloppenburgs Trainer hadert vor allem mit den vielen individuellen Fehlern seiner jungen Spieler.

Von Wolfgang Grave

CLOPPENBURG - Gnadenlose Optimisten hatten den beiden Fußball-Bezirksoberligisten BV Cloppenburg II und SV Emstek eine sorgenfreie Saison 2006/2007 prophezeit. Geblendet von den guten Leistungen der Vorsaison, munkelten manche gar, beide spielten um den Aufstieg. Vor dem ersten Duell am Sonntag in Cloppenburg (15 Uhr) kriechen sie indes auf dem rauen Boden des Tabellenkellers.

Cloppenburgs Trainer Mario Neumann weiß, dass das nicht gesund ist. Irgendwann scheuern seine Spieler sich die Knie derart wund, dass sie die Stufen zu sorgenfreien Etagen nicht mehr erklimmen können. Gleichwohl habe er mit der Situation gerechnet. „In der vorigen Saison hatten wir jedes Wochenende drei oder vier Spieler im Team, die für die Oberliga zu schwach, aber für unsere Klasse absolute Granaten waren.“ Diese fehlen nun wegen des knapp bemessenen Oberliga-Kaders. Zudem hätten ausschließlich junge Spieler die Mannschaft verstärkt. Die Achse Ralf Ewen, Christoph Nieland und Andreas Vogel, die die Mannschaft führen soll, hinkt zudem noch ihrer Bestform hinterher.

Ein Problem, dass Neumann mit Emsteks Trainer Predrag Uzelac teilt. „Wir sind von dem, wo wir einmal waren, noch weit weg“, sagt der. Die Mannschaft befinde sich im Umbruch, einige Spieler seien noch nicht in Form, andere verletzt. Gegen Cloppenburg werden zum Beispiel Heiner Budde, Mathias Wendeln, Christian Seidel und wahrscheinlich auch Nico Klaus fehlen. Trotz allem warnt er seine Spieler davor, sich stets in Ausreden zu flüchten. „Es zählt halt einzig und alleine, was auf dem Platz passiert.“ Und dort hat er etwa in der vorigen Woche beim 2:2 gegen Bramsche in der ersten Halbzeit „einige Dinge gesehen, die mich einfach stören“.

Konkret benennen wollte er die Fehler aber nicht, gleichwohl dürfte er sie seinen Spielern umso deutlicher vor Augen geführt haben. Er möchte schließlich nicht Trainer des Teams sein, gegen das die Cloppenburger ihren ersten Punkterfolg feiern: „Dem BVC fehlt lediglich ein Erfolgserlebnis“, mutmaßt er aus der Ferne. „Wir werden es ihnen allerdings nicht schenken.“ Wäre ja auch noch schöner.

Mario Neumann empfiehlt seiner Rasselbande für das Derby daher zunächst einmal eines: „Gras fressen“. Überdies gelte es, individuelle Fehler zu vermeiden, vor denen in seiner Elf kaum ein Spieler gefeit scheint. „Unser einziger Gegner sind zurzeit wir selbst“, stellt er lakonisch fest. Aus diesem Grund verbittet es sich für ihn, vorab auch nur ein Wort über den Gegner zu verlieren: „Warum sollte ich etwas über Emstek erzählen, wenn wir genügend Probleme im eigenen Haus haben?“

Eines davon ist zum Beispiel auch, dass Tobias Latta fünf Wochen verletzt fehlen wird. Dennoch denkt Neumann positiv: „In den vorigen beiden Jahren hat bei uns nur die Sonne geschienen. Jetzt regnet es. Diese Erfahrung müssen junge Spieler aber auch mal machen.“