CLOPPENBURG - Von Derbys wie heute (Anstoß: 19.30 Uhr, Emsland-Stadion) zwischen dem Ex-Zweitligisten SV Meppen und dem BV Cloppenburg lebt die Fußball-Oberliga Nord. Bis zu 5000 Zuschauer sollen im Emsland für einen neuen Zuschauer-Saisonrekord sorgen. In der Serie 2008/2009 wollen beide Clubs in der neuen dreigleisigen, dann aber durch die Einführung einer dritten Bundesliga viertklassigen, Regionalliga mitmischen – möglichst in einer Staffel, sofern es die Planungen der umstrittenen Funktionäre denn zulassen.

Um das Ziel zu erreichen, brauchen sowohl die viertplatzierten Cloppenburger als auch die auf Rang neun notierten Meppener noch viele Punkte. „Für uns ist jede Woche ein Schicksalsspiel“, weiß Meppens Coach Hubert Hüring um seine Herkules-Aufgabe. Anders als sein inzwischen beim BVC tätiger Vorgänger Alfons Weusthof vor der Saison, durfte Hüring in der Winterpause personell draufsatteln. Sieben Neue kamen. „Wir sind deutlich stärker. Mit dem Kader, den ich vorgefunden habe, hätten wir null Chance gehabt.“

Dass die Meppener derzeit gut in Schuss sind, ist selbstredend BVC-Trainer Jörg-Uwe Klütz nicht verborgen geblieben. „Wir reisen nicht wegen der guten Luft nach Meppen, sondern wie zuvor nach Kiel, um zu punkten“, strotzt er vor Selbstbewusstsein. Mit welcher Taktik der 39-Jährige drei Big Points einheimsen will, verrät er nicht. Die ganz großen Änderungen gegenüber dem 2:1-Heimerfolg über Braunschweigs Reserve wird es aber nicht geben. Denkbar wäre der Einsatz Til Bettenstaedts als zweite Spitze neben Dribbler Alket Zeqo. „Mal sehen. Einzelschicksale zählen derzeit aber nicht, nur die Punkte“, lautet Klütz’ Maxime. Auf jeden Fall wird er Mario Rodriguez ins Rennen schicken, um dessen Wechsel in der Winterpause zum BVC es bekanntlich einiges Säbelrasseln gab. „Er wird schon klaren Kopf bewahren“, setzt ,Klützer’ auf Rodriguez’ Kämpferqualitäten. Auf jeden Fall wieder auf der BVC-Bank sitzen wird der Ex-Meppener Sergej Dikhtjar. Sollte es nicht laufen, wäre der wuselige Ukrainer eine

wichtige Alternative. Hingegen müssen die Cloppenburger auf Alexander Burgardt, Renke Pflug, Maik Kruse, Alexander Aischmann und auf Kopfballspezialist Christopher Hauptmann (Knieprobleme) verzichten.

Entscheidend ist für Klütz ohnehin, dass „die Jungs, die auf dem Acker stehen, an ihre Grenzen gehen“. „Meppen wird mit den Zuschauern im Rücken versuchen, uns früh den Schneid abzukaufen. Ich will sehen, dass wir uns nicht beeindrucken lassen und in jeder Sekunde gegenhalten.“

Gehen die BVC-Planspiele – anders als beim glücklichen 2:2 im Hinspiel – auf, könnte das gleichbedeutend sein mit dem Ende von Hürings „Quali-Traum“.