CLOPPENBURG - Drei bedeutsame Fragezeichen drehen seit gestern Abend, 18.50 Uhr, beim Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg ihre Runden. Nimmt der lange als Erfolgsgarant geltende Trainer Jörg Goslar seinen Hut? Zieht die Clubführung andernfalls die Reißleine? Oder üben Coach und Verein vor dem Derby am Sonntag beim VfB Oldenburg den Schulterschluss? Den Grund lieferte das fast schon peinliche 1:3 gegen den als Schlusslicht angereisten SV Lurup (siehe Bericht auf Seite 16).

Am heutigen Montag könnten die Fragen beantwortet werden. Fest steht jedenfalls, dass es so nicht weitergehen kann. Ein längst nicht mehr auszuschließendes Scheitern im Qualifikationsrennen käme einem Super-Gau gleich.

„Unser Ziel bleibt es, den BVC mit dem fünften Platz salonfähig zu machen und den Berufsfußball zu erreichen. Auf dem Weg dahin haben wir uns einen Bärendienst erwiesen. Wir sind aktuell weit weg von den Erwartungen. Ich weiß, dass dieses Ergebnis Konsequenzen haben kann“, kennt Goslar die Mechanismen im Fußball. „Ich werde alles sacken lassen, eine Nacht drüber schlafen, und dann werden wir reden“, kündigte Goslar für heute Klarheit an. So sah es gestern auch Notvorstand Professor Dr. Joachim Schrader. „Nach einer Niederlage sind wir alle wütend. Wir können jetzt auf uns einprügeln oder wir schlafen drüber.“ Während die Gründe für die neuerliche Verschärfung der sportlichen Lage offen blieben, kritisierte Schrader die Spieler. „Der Trainer ist doch der ärmste Hund. Die Mannschaft lässt ihn schon seit Wochen hängen.“ Vielleicht ist dies ein Fingerzeig, an Goslar festzuhalten, vielleicht aber auch ein Hinweis auf hochkarätige Fehlinvestitionen.

Derweil stand Florian Heidenreich gestern nicht im Kader. Dem Vernehmen nach fordert sein Berater Geld von den Cloppenburgern.