CLOPPENBURG - Derbyzeit in der Fußball-Oberliga: An diesem Freitag bittet Tabellenführer BV Cloppenburg den VfB Oldenburg zum Tanz. Schiedsrichter Stefan Haupt pfeift das Prestigeduell, das zwischen Soeste und Hunte mit großer Spannung erwartet wird, an der Friesoyther Straße um 20 Uhr an.
Wenn das Wetter gut werden sollte, könnte sich der Kassierer des BVC als Sieger feiern lassen. Cloppenburgs Verantwortliche hoffen, dass die Saisonrekordkulisse (1600 Zuschauer beim 0:2 gegen Holthausen-Biene) übertroffen wird.
Kein Favorit
Als Favorit darf sich keines der beiden Teams bezeichnen. Allerdings verheißt die Statistik nichts Gutes für den BVC. Der letzte Heimerfolg gegen die Huntestädter liegt mehr als acht Jahre zurück. Mit dabei war BVC-Trainer Jörg-Uwe Klütz, der 1999 von den Blauen zu den Schwarz-Weißen gewechselt war.
Im vergangenen Jahr gewann Oldenburg mit 3:1. Damit zerstörte der VfB die BVC-Titelhoffnungen. Kurios: In Oldenburg feierte der BVC zuletzt drei Siege in Folge.
Das ist für Klütz Schnee von gestern. Der 43-Jährige ist sich sicher, dass seine Spieler die dürftige Heimbilanz aufpolieren werden, obwohl der von den Gästen gefürchtete Paul Kosenkow gesperrt ist. Mein Gefühl sagt mir, dass wir den Bock umstoßen werden. Wir sind heiß.
Kristian Westerveld, der für die Spieleröffnung wichtig ist, ist wieder fit. Deshalb wird wohl dieselbe Anfangself wie zuletzt beim 1:1 gegen Hildesheim beginnen. Doch offenbar hat sich Klütz noch nicht festgelegt. Er spielt mit dem Gedanken, Adrian Ellermann, dessen Stärke die Unbekümmertheit ist, als Geheimwaffe zu bringen.
Klütz behält Taktik für sich
Seine Taktik möchte Klütz vorab nicht verraten. Eigentlich können wir die Oldenburger nicht überraschen sie uns aber auch nicht. Doch vielleicht fällt uns ja noch etwas ein. Es scheint also, als plane der BVC-Coach einen Griff ganz tief in die Trickkiste.
Auf der anderen Seite rechnet Klütz damit, dass Dio Ipsilos Cloppenburgs Ex-Stürmer, der auf den letzten Drücker zum VfB gewechselter ist von Beginn an auf dem Platz stehen wird. Alles andere würde mich überraschen.
Grundtugenden gefragt
Um die Oldenburger im Tabellenmittelfeld festzunageln und den Platz an der Sonne zu verteidigen, müssen die Cloppenburger fußballerische Grundtugenden beherzigen. Die Passgenauigkeit muss stimmen, die Positionen müssen gehalten werden, sagt Klütz.
Außerdem müssen Cloppenburgs Spieler vor dem Anstoß einen kräftigen Schluck Zielwasser zu sich nehmen. Sonst droht ihnen die nächste Enttäuschung zu Hause.
Als Tabellenachter mit einem Spiel weniger auf dem Konto geht der VfB Oldenburg ins Derby beim BV Cloppenburg. Das Prestigeduell ist für den früheren Zweitligisten richtungsweisend.
Mit zwölf Zählern auf dem Konto liegt die Mannschaft von Trainer Timo Ehle, der im April des Jahres Torsten Fröhling beerbt hat, zwar noch in Schlagdistanz zu den fünf Aufstiegsplätzen. Aber sollte der VfB eine Niederlage an der Friesoyther Straße kassieren, würde der Kontakt abreißen.
Richtig eingespielt und konstant sind die Oldenburger bislang nicht. Kein Wunder: Im Sommer wurde personell radikal ausgemistet. 20 Spieler gingen, 14 Neue kamen. Unter anderem heuerte der Ex-BVCer Dio Ipsilos beim VfB an.
Trotz einer Verjüngungskur der aus Meppen zurückgeholte Sebastian Ferulli ist mit 27 Jahren der älteste VfB-Spieler löste der Saisonstart eine Euphorie aus. Beim 1:2 im DFB-Pokal hatte das Ehle-Team den Erstligisten Hamburger SV mächtig ins Schwitzen gebracht. Und im NFV-Pokal gewann der VfB in Nordhorn mit 2:1.
Auch die beiden ersten Meisterschaftsspiele in Hildesheim (1:0) und Lüneburg (2:1) gewann der VfB Oldenburg glatt. Dann begann der Schlingerkurs: Zuletzt beim 0:3 bei Eintracht Nordhorn gelang hinten und vorne nicht viel. Abwehrchef Robert Littmann ist gesperrt.
Kurios: Wegen der Sanierungsarbeiten im Marschweg-Stadion haben die Oldenburger bislang alle Partien auswärts bestritten. Die bisher letzte Niederlage in Cloppenburg datiert vom 7. September 2003. Danach gab es ein 0:0 sowie zwei 3:1-Erfolge.
