CLOPPENBURG - Bedrohliche Lage mündet in ausgelassener Freude: Am späten Freitagabend konnten die Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg nach zwischenzeitlichen Problemen doch noch einen verdienten 2:1 (0:1)-Heimerfolg über die Reserve Eintracht Braunschweigs (die NWZ berichtete) feiern. Sie hatten ein starkes Powerplay aufgezogen, die Kohlen noch aus dem Feuer geholt und die zeitweise bangenden Fans zu lautstarken Begeisterungsstürmen gebracht.

Der seit zwei Wochen amtierende Trainer Jörg-Uwe Klütz weist damit – das 3:3 in Kiel eingerechnet – eine zufriedenstellende Zwischenbilanz auf. Da am Sonnabend Altona vor den Augen von Cloppenburgs Sportlichem Leiter Alo Weusthof mit 0:2 in Wilhelmshaven unterlag, schob sich der BVC vor die Hamburger auf Rang vier.

Vor allem BVC-Fänger Daniel Rothe, der beim 0:1 böse patzte, dürften nach dem Abpfiff einige Steine vom Herzen gefallen sein. Derweil stärkte Klütz dem Keeper den Rücken. „Eine Torwartdiskussion wird es nicht geben.“

Die Auswechslung von Abwehrchef Guerman Agac zur Pause erklärte Klütz mit „taktischen Gründen“. „Einen musste ich für den zweiten Stürmer ja rausnehmen. Wegen seiner Zweikampfstärke habe ich Mario Rodriguez hinten reingestellt.“

In Ruhe können sich die Cloppenburger jetzt auf das große Derby am Freitag in Meppen vorbereiten. Das Spiel im Emsland-Stadion, in dem BVC-Ex-Coach Hubert Hüring – der ausgerechnet Weusthof ablöste – am Qualifikationswunder arbeitet, dürfte emotionaler denn je werden. Denn der Meppener Groll darüber, dass der BVC dem SVM Mario Rodriguez in der Winterpause vor der Nase weggeschnappt hat, ist noch längst nicht verflogen.

Dass Hüring das „halbe Emsland“ mobilisiert und der BVC wahrscheinlich vor einer Rekordkulisse ran muss, beeindruckt Klütz nicht. „Ich glaube, meinen Männern gefällt solch ein Rahmen.“ In Meppen will Sergej Dikhtjar wieder mitmischen. „Bis Freitag muss ich fit werden. Ich freue mich riesig auf das Spiel“, sagt der Ex-Meppener.

Unterdessen hat das Verhältnis zwischen dem BVC und dem gefeuerten Trainer Jörg Goslar offenbar den Gefrierpunkt erreicht. Bis Freitag wartete der BVC vergebens auf die Rückgabe des gesponserten Dienstwagens.