CLOPPENBURG - Beim 0:4 im Hinspiel erlebte der BVC im Eilrenriede-Stadion ein Desaster. Trainer Jörg Goslar hat personell die Qual der Wahl.

VON BODO TAROW

CLOPPENBURG - Die Fußballer des BV Cloppenburg treten derzeit als Minimalisten auf. Nach der Winterpause siegten sie zweimal knapp: 2:1 gegen Bergedorf und 1:0 beim VfL 93 Hamburg. Am morgigen Sonnabend müssen sie ihre in diesem Jahr bisher wohl schwerste Prüfung bewältigen: Ab 16 Uhr ist die auf Rang fünf notierte Reserve des Bundesligisten Hannover 96 zu Gast im Stadion an der Friesoyther Straße.

Wenn die Schützlinge von BVC-Trainer Jörg Goslar auflaufen, werden wohl die unschönen Erinnerungen vom 8. Oktober des Vorjahres in den Spielerköpfen die Runde machen. BVC-Publikumsliebling Joe Yankson erinnert sich mit Grauen an das 0:4: „Das Hinspiel war eine echte Katastrophe. Da haben wir einiges gutzumachen. Außerdem kann es gar nicht sein, dass wir in dieser Saison zweimal gegen eine Mannschaft verlieren. Wir sind alle heiß auf einen Sieg.“ Keine Frage: Das Schlagwort in Cloppenburgs Kabine heißt morgen „Revanche“. Yankson verspricht seinem Ex-Verein in jedem Fall einen heißen Tanz.

Ob die in den ersten Partien des Jahres 2007 noch fehlende spielerische Klasse am Sonnabend aufblitzt oder nicht, interessiert den 26 Jahre alten Ghanaer wenig: „Es ist egal, ob wir gut oder schlecht spielen. Nur die drei Punkte zählen.“ Yankson spielt inzwischen seit über einem Jahr für den BV Cloppenburg. Bisher pendelte er zwischen seinem Wohnort Hannover und Cloppenburg hin und her. Jetzt überlegt er, ob er mit seiner Familie nach Cloppenburg zieht. Zu gefallen scheint’s ihm jedenfalls beim BVC. „Ich habe in der Winterpause für zwei Jahre verlängert“, bestätigte er gestern der NWZ . Der Vertrag bis Mitte 2009 gilt sowohl für die Oberliga als auch für die Regionalliga.

BVC-Coach Jörg Goslar hat unterdessen reichlich personelle Alternativen. Die zuletzt verletzt ausgefallenen Alexander Aischmann und Marek Klimczok sind wieder ins Training eingestiegen. Einzig Kapitän Maarten Schops fällt mit seinem gebrochenen Zeh noch aus. Während Klimczok über links wieder Dampf machen dürfte, könnte Aischmann für Maik Kruse oder Guermann Agac ins defensive Mittelfeld rutschen.

Offen scheint auch, wer neben Torjäger Alket Zeqo stürmen wird. Cüneyt Özkan, Chevela und der in Hamburg überraschend auf die Bank verbannte Matthias Balke rangeln um den letzten freien Platz in der Startformation. Chevela könnte jedoch auch die rechte Außenbahn übernehmen, sollte Sergej Dikhtjar wie zuletzt in Hamburg nach einer Stunde als echter Spielmacher agieren.

Überraschen lassen dürfte der BVC sich morgen jedenfalls nicht. Goslar nahm die jungen „Roten“ beim 0:1 in Neumünster unter die Lupe. Trotz doppelter Unterzahl war 96 dem Sieg nahe, kassierte dann aber in der vierten Nachspielminute den entscheidenden Gegentreffer. Damit dürften die auf Rang fünf notierten Leinestädter, bei denen Trainer Michael Schjönberg seinen Ausstieg zum Saisonende angekündigt hat, für den Titel kaum noch in Frage kommen.

Derweil brennt insbesondere Hannovers in Neumünster fehlender Offensivspieler Hendrik Hahne auf seinen Einsatz. Er ist mit der Tochter des Cloppenburger Trainers liiert. „Auf Hendrik müssen wir aufpassen. Der will gegen das Team seines „Schwiegervaters“ unbedingt gewinnen“, weiß Yankson.