CLOPPENBURG - Jörg Goslar bleibt vorerst Trainer des Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg. Jedenfalls deutete bis zum späten Montagabend alles darauf hin, dass er auch am Sonntag im Derby beim VfB Oldenburg noch auf der Bank sitzen wird. Unmittelbar nach der 1:3-Pleite gegen Kellerkind SV Lurup hatte der Hannoveraner einen Rücktritt nicht ausgeschlossen.
„Das war eine vernichtende Niederlage, die mich im ersten Moment schwer getroffen hat“, gab Goslar zu. „Es ist schlimm, dass wir einen Gegner wie die Luruper nicht mit einer deutlichen Niederlage nach Hause schicken konnten. Stattdessen tanzen sie auf unserem Platz, und wir müssen uns von ihnen beleidigen lassen“, sagte der Trainer. Er will aber kämpfen: „Es ist nicht meine Art, einfach hinzuwerfen. Solche Momente spornen mich noch mehr an“, sagte Goslar nach einer Nacht Bedenkzeit.
Nach NWZ -Informationen ist der Trainer allerdings im mächtigen Wirtschaftsrat heftigst umstritten. Jedoch würde den Verein ein Rauswurf teuer zu stehen kommen. Schließlich läuft Goslars Vertrag noch bis Mitte 2009.
Da in Anbetracht der sportlichen Situation zunächst ein Rücktritt Goslars nicht auszuschließen war, hatte der BVC-Notvorstand vorsichtshalber bei Manager Alexander Woloschin angefragt, ob er sich in Oldenburg auf die Bank setzen würde. Woloschin: „Wir haben kurz darüber gesprochen. Am Tag des Spiels in Oldenburg stehe ich aber definitiv nicht zur Verfügung.“
Am gestrigen Abend bat der Notvorstand Goslar noch einmal zum Krisengespräch. „Wir wollen ein überzeugendes Konzept und von ihm wissen, wie es erfolgreich weiter gehen soll“, sagte Club-Boss Professor Dr. Joachim Schrader, der mit seinen ehrgeizigen Mitstreitern den Einsturz des in den vergangenen Jahren mühsam aufgebauten „BVC-Hauses“ fürchtet.
Unterdessen ist fraglich, ob Mittelfeldspieler Florian Heidenreich, der gegen Lurup nicht im Kader stand, nochmals im BVC-Dress auflaufen wird. Nach NWZ -Informationen war dem Verein die saftige Rechnung eines Spielervermittlers unvorbereitet auf den Tisch geflattert.
„Wir sind all unseren vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen“, sieht Notvorstand Bernhard Dorissen keinen Grund, die gestellte Forderung zu begleichen. Heidenreich hatte sich mit einer Mandelentzündung am Freitag überraschend krank gemeldet.
