CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg kommen im eigenen Stadion einfach nicht mehr aus dem Quark. Wenn es dazu noch ein Beispiel bedurft hätte, dann war es das desolate 0:3 am Sonntag gegen die sportlich so gut wie abgestiegene Arminia aus Hannover (siehe Bericht auf Seite 15).
Dabei hatten die Cloppenburger insgeheim noch darauf spekuliert, dem am Sonnabend bevorstehenden Gastspiel beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg noch einen Funken Brisanz zu verpassen. Diese Hoffnungen zerplatzten aber frühzeitig wie eine Seifenblase. Zudem setzten sich die Wölfe sicher mit 3:0 bei Hannover 96 II durch. Damit trennen den BVC Welten von den Autostädtern. 14 Punkte Differenz weist die Tabelle seit gestern aus. Bei Betrachten der BVC-Heimbilanz allerdings kein Wunder. Von bislang 15 Heimspiele wurden bei fünf Nullnummern und zwei Remis’ ganze acht gewonnen.
„Es sollte halt nicht sein. Wolfsburg marschiert ungemein konstant. Das müssen wir anerkennen“, kommentierte BVC-Teamsenior Jörg-Uwe Klütz die Situation. „Das war gar nichts“, stapfte BVC-Kapitän Maarten Schops kopfschüttelnd vom Rasen. Derweil waren beide Trainer sich über das gestrige Abschneiden ihrer Teams einig. „Ich bin echt total überrascht. Ich war schon ein paar Mal in Cloppenburg, und wir haben fast immer Prügel bekommen“, freute sich Arminen-Coach Hilger Wirtz von Elmendorff. „Ich bin genauso überrascht über das Ergebnis“, sagte ein vollends geplätteter Jörg Goslar. „Wir können den Wolfsburgern zur Meisterschaft gratulieren“, präsentierte sich der BVC-Übungsleiter überdies als sportlich fairer Verlierer.
Enttäuschend war zudem einmal mehr die Kulisse an der Friesoyther Straße. Ganze 300 Zuschauern verirrten sich nach zwei vorangegangenen Auswärtssiegen im Stadion. Von denen machten allerdings die zehn mitgereisten Hannoveraner Fans mehr Radau als der Rest. Statt der eigenen Mannschaft bei einem Rückstand zu helfen, herrscht in Cloppenburg annähernd Totenstille, die allenfalls von kritischen Äußerungen gestört wird. „Wir haben einfach kein Fußball-Publikum“, musste BVC-Boss Professor Dr. Joachim Schrader abermals erkennen. Anders ausgedrückt: Der BVC hat Zuschauer, aber keine richtigen Fans.
Nachdem der BVC sein Saisonziel um Längen verfehlt hat, gilt ab sofort alle Konzentration der bevorstehenden Qualifikationssaison, in der ein Aufstieg ausgeschlossen ist und lediglich der Status quo gehalten werden kann.
„Demnächst wird es für uns nur noch Endspiele geben “, erklärte Goslar dem Auditorium auf der Pressekonferenz. „Wir können jetzt in aller Ruhe in die noch ausstehenden sechs Spiele gehen. Dabei müssen wir dann ganz genau hinsehen, mit welchem Kader wir künftig antreten werden“, scheint der Hannoveraner mit den sportlichen Darbietungen des ein oder anderen Spielers nicht einverstanden zu sein.
