CLOPPENBURG - Es gibt sie doch im Fußball – die leichten Spiele. Den Beweis dafür sahen die Zuschauer am Sonntag im Stadion an der Friesoyther Straße. Beim 3:0-Erfolg des nach nur einwöchiger Unterbrechung an die Tabellenspitze der Oberliga zurückgekehrten BV Cloppenburg präsentierte sich Gegner Eintracht Northeim schwach und mutlos (siehe Bericht auf Seite 15). Ohne selbst voll zu überzeugen, hatten die Soestestädter alles im Griff.

Schwäche zeigte auch Gästetrainer Lutz Lillig, der sich der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel verweigerte. Er habe kein Mitteilungsbedürfnis, hatte der frühere Bielefelder Profi Cloppenburgs Co-Trainer Mario Neumann gesagt. Offenbar war Lillig der blutleere Auftritt seiner Elf an die Nieren gegangen.

Große Freude kam derweil im BVC-Lager nach dem deutlich zu niedrig ausgefallenen Pflichterfolg nicht auf. Schließlich war Kristian Westerveld kurz nach Wiederbeginn mit einer roten Karte vom Platz geflogen. „Das trifft uns hart“, sagte Trainer Jörg-Uwe Klütz.

Was war geschehen in der 52. Spielminute? Als die erste und einzige Ecke für die Cloppenburger vor Northeims Tor segelte, ging Gästespieler Kevin Eckert im Fünfmeterraum zu Boden. Der schwache Spielleiter Marcus Henze (Wustrow) wartete zunächst die Entwicklung des Spiels ab, um dann für Spieler und Zuschauer gleichermaßen überraschend Westerveld unter die Dusche zu schicken. Henze wollte einen Ellenbogencheck des „Sechsers“ gesehen haben. Westerveld gab an, geklammert worden zu sein und sich nur losgerissen zu haben.

Wie auch immer. Neben Torjäger Rogier Krohne wird der BVC damit am Freitag im Auswärtsspiel bei Eintracht Nordhorn auf den zweiten seiner drei Niederländer verzichten müssen. Coach Klütz ist damit wohl oder übel zum Improvisieren gezwungen.

Immerhin feierte Florian Greve am Sonntag nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback. Wie wichtig der gebürtige Berliner für die junge Cloppenburger Mannschaft ist, bewies er mit seinen beiden Buden zur 2:0-Halbzeitführung. „Die Vorbereitung war zweimal optimal“ gab sich Greve bescheiden.

Ein weiterer Lichtblick im BVC-Dress war erneut Innenverteidiger Bernd Eilers. Der junge Emsländer kam über die gesamte Distanz fast ohne Foulspiel aus und vernaschte diverse Male seine Northeimer Kontrahenten mit der Lässigkeit eines alten Hasen – auch wenn Klütz und Neumann das nicht gerne sahen. Szenenapplaus war dem Auswahlspieler sicher.

Tilling (mangels Beschäftigung nicht zu benoten) - Alexander Baal (3,5), Eilers (3,0), Huisman de Jong (3,5), Römer (3,5) - Westerveld (4,0), Niemeyer (4,0) - Kosenkow (4,0), Wangler (4,5) - Greve (3,0) - Assinouko (4,0).

1:6

8:1.

Deutlich zu niedrig fiel der Sieg aus Sicht der Cloppenburger aus. Ohne zu glänzen, produzierte das Team von der Friesoyther Straße gegen die wie ein sicherer Absteiger spielenden Northeimer vor allem in der ersten Halbzeit Chancen in Hülle und Fülle. Nachdem Kristian Westerveld kurz nach Wiederbeginn nach einer unübersichtlichen Situation die rote Karte gesehen hatte, spielte der BVC den Pflichtsieg mühelos nach Hause. Selbst in Unterzahl wäre noch mehr dringewesen als das 3:0 durch Stürmer Paul Kosenkow.

Florian Greve – zählte bei seinem Comeback nicht nur wegen seiner beiden Treffer zu den auffälligsten Erscheinungen auf dem Platz.

– bewies nicht zum ersten Mal, dass er nicht zur Elite der Spielleiter in der fünften Liga zählt. Zückte in einem absolut fairen Spiel deutlich zu oft die gelbe Karte. Schwache Zweikampfbewertung.

328.

Freitag, 19.30 Uhr, bei Eintracht Nordhorn.